Ramsauer solls richten

31. August 2011

Dem Verkehrsminister liegt ein neuer Brief auf dem Tisch. Die Forderung: Klarheit schaffen in Sachen barrierefreies Fliegen. Das brennendste Thema des Offenen Briefs betrifft die Begleitperson von PRMs.

Soll es Airlines weiterhin frei gestellt sein, allein reisenden mobilitätseingeschränkten Passagieren spontan den Flug zu verweigern?

So wie jüngst geschehen, als der UN-Sonderberichterstatter Shuaib Chalklen seinen Flug nicht antreten konnte mit der hanebüchenen Begründung, weil er selbst nicht auf die Toilette gehen könnte! Als hätte eine Begleitperson einen Unterschied gemacht, bei den viel zu kleinen Bordtoiletten.

“Die Fluglinien setzen EU-Gesetze nicht um”, beobachtet nicht nur der UN-Berichterstatter, sondern auch der Berliner Behindertenverband und wendet sich in dem Offenen Brief an die deutsche Politik.

Das Schreiben kommt mit einer Liste von Forderungen.  Hier eine Auswahl:

  • Bereitstellung von Bordrollstühlen
  • Wenn Begleitperson Pflicht, dann muss sie kostenfrei befördert werden
  • Barrierefreie Toiletten bei Neuanschaffungen und Neuausstattung
  • Mindestens eine barrierefreie, bordrollstuhlgerechte Toilette pro Flugzeug mit mehr als einem Gang
  • Online buchen muss möglich sein
  • Stufenloser Eingang in die Flugzeuge
  • Delivery at Aircraft: Der PRM erhält seinen Rollstuhl direkt am Flugzeug

Danke nach Berlin!

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Lufthansa mit Pioniergeist

27. April 2011
WCOB Lufthnsa

WCOB steht für Wheelchair On Board

Diese etwas kryptische Buchstabenkombination sagt aus, dass ein Bordrollstuhl für die gesamte Dauer des Fluges vorhanden ist. Ein eher neuartiges Phänomen auf europäischen Flügen – die Sache mit dem Bordrollstuhl. Neben der Lufthansa bietet es kaum eine weitere Airline in Europa. (An dieser Stelle bitte ich um Widerspruch, sollte ich falsch liegen!)

Deswegen: Danke liebe Lufthansa, dass Ihr es nach vielen Jahren des Widerstandes angegangen seid, dass Fliegen ein Stück weit barrierefreier zu machen. Möge Euer Beispiel Schule machen!

P.S. Großartig, dass der Service des Bordrollstuhls nun auch auf Eurer Hompeage beworben wird.

P.P.S. So ganz ist der Kampf natürlich noch nicht beendet. Erst dann, wenn ich mich nicht mehr akrobatisch aufs WC schwingen muss – also der Bordrollstuhl in die Toilettenkabine hineinpaßt – wird Recht auf Klo Ruhe geben.

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EU nimmt Airlines in die Pflicht

10. Juni 2010
EU Logo

EU Kommission konkretisiert Verordnung

Luftfahrtunternehmen müssen für alle Passagiere – inklusive mobilitätseingeschränkten Reisenden – Zugang zu Toiletten schaffen. Und das “mit allen Mitteln“.

Rechtzeitig zur ILA 2010, in dem das Thema barrierefreies Fliegen in eine zweite Runde geht, liegt nun das neue und verstärkte Statement der Kommission vor (zum Wortlaut).

Bis Ende des Jahres prüft die Kommission die Durchführung der Flugverordnung, die seit 2008 gilt.

Schon jetzt ist erkennbar, dass an vielen Stellen massiv nachgeschärft werden muss. Dabei müßten sicher auch die nationalen Durchsetzungsstellen besser aufgestellt werden. Zumindest die deutsche, das Luftfahrbundesamt, scheint überfordert zu sein.

Rechtzeitig zur ILA 2010, in dem das Thema barrierefreies Fliegen in eine zweite Runde
geht, liegt nun das neue und verstärkte Statement der Kommission vor  (<a
href=”http://www.rechtaufklo.de/?page_id=802″><strong>zum
Wortlaut</strong></a>).
Bis Ende des Jahres prüft die Kommission die Durchführung der Flugverordnung, die
seit 2008 gilt.
Schon jetzt ist erkennbar, dass an vielen Stellen massiv nachgeschärft werden muss.
Dabei müßten sicher auch die nationalen Durchsetzungsstellen besser aufgestellt
werden. Zumindest die deutsche, das Luftfahrbundesamt, scheint völlig überfordert zu
sein.
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Nagelneue Bordrollstühle bei Lh

30. Mai 2010
Bordrollstuhl - handlich verpackt

Bordrollstuhl - handlich verpackt

Lufthansa mit frischen, fabrikneuen Bordrollstühlen ausgestattet

Auch die Bordcrew war positiv überrascht und wollte den neuen Bordrollstuhl gleich ausprobieren. Wir warteten allerdings bis alle Passagiere auf dem Flug zwischen Hamburg und München mit Getränken versorgt waren.

Dann wurde der Rollstuhl entpackt und entfaltet. “Ganz leicht”, wie die beiden Stewardess erzählten. Allein das Schieben und Ziehen des Minirollstuhls durch den Gang zur Toilette ist  etwas beschwerlich. Der Gang ist eng und die Rollen tun sich schwer mit dem Teppichfussboden. Ansonsten funktioniert der Minirollstuhl problemlos.

Auch vom Gewicht leicht: geschätzte fünf Kilogramm

Auch vom Gewicht leicht: geschätzte fünf Kilogramm

Lufthansa will diesen Bordrollstuhl in Zukunft auf allen eigenen Strecken als festes Equipment mitführen (Überraschungsanruf von Lufthansa). Auch wenn über diesen neuen Service auf Kurzstrecken noch immer nichts geschrieben steht auf der Lufthansa Homepage!!

So, Phase I der Petition für barrierefreies Fliegen ist gezündet. Jetzt müssen die Toilettenkabinen noch so umgestaltet werden, dass sie für Bordrollstühle zugänglich werden.

Definitiv ein Thema für die Konferenz auf der ILA 2010 ( mehr auf Kobinet).

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Nun doch: Lufthansa bestätigt Bordrollstuhl

22. März 2010
Lufthansa über Facebook angeschrieben

Lufthansa über Facebook angeschrieben

Jetzt hab’ ich sie! Die schriftliche Bestätigung, dass Lufthansa auf einem innerdeutschen Flug ein Bordrollstuhl bereitstellt.

Geht doch.

Erst wollten sie nicht (Troubles with Lufthansa), dann schrieb ich an Facebook und auch direkt an Lufthansa.  Und jetzt scheint es doch möglich zu sein.

Aus der Kundenleitung der Lufthansa heißt es:

Gerne bestätige ich Ihnen heute schriftlich, dass wir für Ihre Reise nach München einen Bordrollstuhl für Sie zur Verfügung stellen werden. Die Leiterin des Betreuungsdienstes ist über Ihre Reisedaten informiert und wird dafür sorgen, dass der Bordrollstuhl für Sie bereitsteht. Einen entsprechenden Bestätigungsvermerk werde ich auch noch in Ihrer Buchung vornehmen.

So, wenn das ganze in Zukunft ohne Nachfragen funktioniert und ohne Spezialemail (die ich hier leider nicht veröffentlich darf) werde ich überzeugter Fan der Lufthansa.

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Troubles with Lufthansa

18. März 2010

Quite strange. Roughly a week ago, I got a call from Lufthansa (Überraschungsanruf von Lufthansa, German). A lady briefed by the management board declared: Dear passenger, we now offer on-board wheelchairs. Not only one which is provided in case of a need, but also one which belongs to the permanent equipment of an airplane.

Wow! I thought. Lufthansa is about to improve and they even forge ahead of all European Airlines.  Maybe even of all American Airlines, too. (US Airlines are usually most sensible concerning  accessibility issues.)

I book a flight from Hamburg to Munich. Everything works fine, I receive the ticket, but: No confirmation for the on-board wheelchair (WCOB)!!

My travel agency calls Lufthansa and tries to find out what’s the problem. Their answer: Lufthansa does not offer on-board wheelchairs on short haul flights!

Jes’! It’s a constant back and forth. Why cant Lufthansa be clear about whether they have an aisle chair or not?!

The lady who called me, gave me her email in case “something goes wrong”. Ok.  48 hours ago, I wrote her an email. But no answer yet…

96 hours later…

Got Mail from Lufthansa: They confirm the aisle chair on a national flight. Took them some time, but finally it seems to work.

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Überraschungsanruf von Lufthansa

09. März 2010
Lufthansa

Lufthansa lenkt ein, Folge III

Die Airline verspricht: Schon bald gibt es Bordrollstühle. Als festes Equipment!

Auf dem ersten Blick nichts wirklich Neues.

Gleiches erfuhr ich bereits bei meinem Inkognito Anruf als Kay Hansen vor über anderthalb Jahren, was durch den Lufthansasprecher gegenüber den Kieler Nachrichten bestätigt wurde. Eine ähnliche Antwort gab es im Juli 2009 auf direkte Nachfrage.

Im Sommer machte ich den Praxistest und flog mit der Lufthansa – ohne Bordrollstuhl. Wunsch und Wirklichkeit  könnten kaum weiter auseinanderklaffen.

Ob die Lufthansa diesmal zu ihrem Versprechen steht – Zeit und Erfahrung werden es zeigen!

Aber: Geradezu bahnbrechend erscheint die Aussage aus einem anderen Grund.  Zur Zeit prüft die Bundesregierung, ob sie der Europäischen Kommission die Empfehlung geben soll,  alle Airlines zu verpflichten, Bordrollstühle mitzuführen.

Angesichts eines mittlerweile abgeschlossenen Petitionsverfahrens, in dem sich die (alte) Bundesregierung klar zu Chancengleichheit und Barrierefreiheit bekennt, empfinde ich alleine die Fragestellung schon fast als persönlichen Angriff.

Höchst erfreulich daher das Statement der Lufthansa: Bordrollstühle werden fest an Bord der Kontinentalflotte mitgeführt.  Das gilt vorerst für die eigene Flotte. Auf kleineren Flugzeugen und bei Fliegern von Partnerunternehmen werde der Bordrollstuhl bei Bedarf bereitgestellt.

Da kann der Bundestag ihre aufwändige Recherche einstellen zur Frage, ob ein Bordrollstuhl überhaupt in einen Kurzstreckenflieger passt! Die Wirklichkeit hat die Politik scheinbar überholt.

Und zum Abschluss ein paar Antworten von der Lufthansa zu diesen Fragen:

Warum sollte ich glauben, dass es die Lufthansa jetzt ernst meint?

Bordrollstühle gibt es seit Inkrafttreten der Flugverordnung. In der Übergangszeit hätte es Probleme gegeben, da die Mitarbeiter nicht alle gleich gut informiert waren. Die klare Aussage: Wird der Bedarf 48 Stunden vor Antritt der Reise angemeldet, wird ein Bordrollstuhl bereitgestellt.

Warum bewirbt die Lufthansa noch immer nicht, dass sie Bordrollstühle auch auf der Kurzstrecke anbietet?

Das wäre der Lufthansa unbekannt, werde aber in die To-Do-Liste aufgenommen.  (Anmerkung: Scheinbar sind die Serviceseiten für barrierefreies Reisen bei der Lufthansa seit Jahren nicht mehr aktualisiert worden. Im November 2008 wurde in diesem Blog auf das Kommunikationsdefizit hingewiesen.)

Warum kann ich bei der Lufthansa den Hilfsbedarf nicht direkt bei der Buchung anmelden, was bei Ryanair bereits seit langem gängige Praxis ist?

Das sei bewusst so gehandhabt: Bei so vielen unterschiedlichen Behinderungen, wäre es besser, wenn das geschulte Personal den genauen Bedarf feststellt. (Anmerkung:  Aha!)

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Realität überholt Bundestag

08. März 2010
Bundesadler

Bundesadler

Soll der EU Kommission empfohlen werden, den Bordrollstuhl in die Flugverordnung aufzunehmen?

Im Frühjahr steht die Bewertung der Flugverordnung an: Alle europäischen Staaten sollen der EU berichten, ob die Flugverordnung ausreichend umgesetzt wird.

Auch in Deutschland steht eine Evaluierung an. Das Verkehrsministerium hat daher den Auftrag bekommen, dem Bundestag bis Ende 2009  schriftlich mitzuteilen, ob und wie die Forderung aus der Petition in dem Bericht berücksichtigt werden.

Klaus Hagemann, Mitglied des Bundestags und Sprecher der Arbeitsgruppe Petitionen schreibt in einem Zwischenbericht:

Die Verpflichtung zur Mitnahme eines Bordrollstuhls wurde bewusst nicht mit in die Verordnung aufgenommen wurden!

Angeblich waren sich alle einig, sogar die Interessensverbände für Menschen mit Behinderung. Eine Begründung liefert er nicht.

Weiter gibt er den nicht sehr vielversprechenden Ausblick:

Ob in der Stellungnahme der Bundesregierung an die Kommission die Empfehlung ausgesprochen wird, dass Bordrollstühle mitzuführen sind, …, wird noch sorgfältig geprüft.

Kann es sein, dass das Thema so langen “sorgfältigen Prüfungen” unterzogen werden soll, bis es sich von selbst klärt? Die Lufthansa punktet jedenfalls und greift der Politik voraus:  Sie arbeitet bereits daran, Bordrollstühle zum festen Equipment ihrer Flugflotte zu machen.

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Klotografie – die Fotoausstellung

01. März 2010
klotografie_kl

vom 4.-31. März 2010

Eine ungewöhnliche Mail erreichte mich vor kurzem: Eine Einladung zu einer Kloausstellung.

Das Motto: Jedes Motiv ist ein Blick nach oben, an den Orten an denen alles nach unten treibt.

Die Motive zeigen die Decken von Toiletten. Jedes
Motiv ist ein Blick nach oben, an den Orten an denen
alles nach unten treibt.

Das ganze noch in Köln. Wie passend. Da muss ich hin.

Thomas Wimmers ist der Fotograf, der seit vier Jahren Klodecken fotografiert und den Begriff der Klotografie prägt. Eine seltene Leidenschaft möchte man spontan ausrufen. Aber eine beständige: Die ersten drei Jahre konnte er es geheim halten, dann suchten die Bilder ihren Weg in die Öffentlichkeit.

In der Tausendbar in Köln, sind die Exponate vom 4. bis 31. März zu betrachten.

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Bahn mit 1. Klasse Barriere

16. Januar 2010
wc_bahn

Toilettenproblem in der Bahn

“Sie müssen heute erste Klasse fahren” empfängt mich das freundliche Servicepersonal am Bahnhof in Bonn. Einer Aufforderung, der ich gerne folge.

Per Hublift geht’s in den Zug – die Fernzüge der deutschen Bahn sind nur über eine solche Hilfskonstruktion für Rollstühle zugänglich. Ein Anachronismus, der sich hartnäckig hält. Wie beim ersten VW Käfer, der auch noch über einen Tritt für den Einstieg verfügte, so wie es bei den alten Wagenkutschen eben üblich war.

Kaum im Waggon fällt mir ein Schild ins Auge, das von der Toilettentür flattert: Klo unbenutzbar.

Die einzige barrierefreie Toilette im ganzen Zug, und dann kaputt! Unten vereist und oben überschwemmt.

Für gewöhnlich gibt es zwei rollstuhlgerechte Klos im Intercity, eines in der ersten, das andere in der zweiten Klasse. Heute fehlt dem Zug Wagen 9 und somit ein alternatives Klo.

Logbuch verrät: Klo seit vier Tagen defekt

Nun, es ist nicht das erste Mal, dass ich mit der Bahn fahre und das Klo ausfällt. Es ist schließlich das Größte und Schönste und alle gehen gerne drauf, wenn man schon mal muss im Zug. Deswegen verstopft es auch schneller als die anderen Klos. Verständlich.

Der eigentliche Hammer kommt aber noch. Aus reiner Neugier frage ich den Schaffner, wie lange die Toilette denn schon defekt sei. Zwei bis drei Stunden denke ich insgeheim.

Weit gefehlt! Seit vier Tagen ist das WC als defekt gemeldet. So steht es im Logbuch. Meine erste Reaktion: Ich möchte unbedingt ein Foto von dem Eintrag machen. Darf es dann aber nicht.

Der Schaffner schaut mich etwas hilflos an, entschuldigt sich und murmelt so etwas wie peinlich vor sich hin.

Ich habe mir vorgenommen, in diesem Blog vor allem über Klos im Flieger zu schreiben. Es hat eine andere Qualität, über den Wolken kein Klo zu haben als in der Bahn. An Land kann die Reise an den vielen Bahnhöfen notfalls unterbrochen werden, im Flieger ist das Gefühl ausgeliefert zu sein viel stärker.

Dennoch, diese Anekdote wollte ich euch nicht vorenthalten. Auch weil sie eine prinzipielle Einstellung der Bahn in Punkto Barrierefreiheit offenbart.

Hier eine Liste der wichtigsten Versäumnisse:

  • Selbst moderne Züge wie der ICE sind nur über Stufen erreichbar
  • Hublifte sind nicht an allen Bahnhöfen verfügbar
  • Wer im Rollstuhl reist, kann dies nur in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 22:30 Uhr abends. Nur dann  steht Personal für die Bedienung der Hublifte bereit.
  • Barrierefreie Toiletten sind Mangelware und häufig unbenutzbar

Angesichts der massiven Mängel kann der Eindruck entstehen, dass es der Deutschen Bahn weitestgehend egal ist, einen barrierefreien Zugang für Passagiere mit Mobilitätseinschränkung zu schaffen.

Nachtrag

Antwort der Bahn (18.1.2010)

Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass uns bei technischen Defekten während der Zugfahrt nur eine begrenzte Anzahl an Möglichkeiten zur Verfügung steht. So prüfen wir, ob ein Techniker vor Ort tätig oder eine andere Lösung gefunden werden kann.

Bitte entschuldigen Sie, dass eine kurzfristige Reparatur der Toilette nicht möglich war.

Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass uns bei technischen Defekten während der Zugfahrt nur eine begrenzte Anzahl an Möglichkeiten zur Verfügung steht. So prüfen wir, ob ein Techniker vor Ort tätig oder eine andere Lösung gefunden werden kann.

Bitte entschuldigen Sie, dass eine kurzfristige Reparatur der Toilette nicht möglich war.

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Petition – Bundestag hat getagt

18. Dezember 2009
Bundesadler

Bundesadler

Und sagt: ein Recht auf Klo gibt es nicht! Jedenfalls nicht im deutschen Flugverkehr.

Warum nicht? Im Wortlaut heißt es auf Seite Vier der siebenseitigen Begründung (PDF):

Im deutschen Flugverkehr würden häufig Flugzeuge eingesetzt, die den Transport eines Bordrollstuhls aus Platzgründen nicht zulassen.

Die Konsequenz:

Einschränkungen müssen hier zwangsläufig für jeden Reisenden – insbesondere beim Besuch der Bordtoilette – in Kauf genommen werden.

Zur Erinnerung sei festgehalten, dass ein moderner Bordrollstuhl im gefalteten Zustand in etwa die Ausmaße einer Handtasche hat… Doch: Wo kein Wille da kein Weg, möchte man an dieser Stelle denken.

Etwas Gutes bringt die Petition dennoch zu Tage:

  • Ich habe die Unterstützung von vielen Freunden und MitzeichnerInnen nicht nur aus Deutschland und Europa erfahren. Herzlichen Dank an Euch, das ist toll!
  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ist seitdem ein treuer Begleiter und regelmäßiger Besucher dieses Blogs.

Nicht verschweigen möchte ich ferner, dass der Petitionsausschuss auch lobende Worte findet. So heißt es, dass das Engagement des Petenten zur Schaffung von Barrierefreiheit im Flugverkehr ausdrücklich begrüßt wird.

Nach Ansicht des Bundestags konnte die Petition bereits Ziele verbuchen. So würde die Lufthansa allen Passagieren bei Bedarf einen Bordrollstuhl bereitstellen. (Seltsam nur, dass  ich bei meinem jüngsten Flug mit der Lufthansa wieder ohne Bordrollstuhl fliegen mußte. Na ja.)

Und noch eine Perspektive zum Schluß:

Alle europäischen Staaten sollen der EU Anfang 2010 mitteilen, ob die Flugverordnung ausreichend umgesetzt wird. Auch in Deutschland steht eine Evaluierung an. Das Verkehrsministerium hat daher den Auftrag bekommen, dem Bundestag bis Ende 2009  schriftlich mitteilen, ob und wie die Forderung aus der Petition in dem Bericht berücksichtigt werden.

Vieles deutet hin auf eine finale Entscheidung in Brüssel oder Straßburg. Es bleibt spannend.

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Das deutsche Antidiskriminierungsmodell

20. November 2009

Offener Brief an die Antidiskriminierungsstelle

Sehr geehrte Frau Lüders,

bereits im Vorjahr habe ich mit Ihrer Vorgängerin Kontakt aufgenommen wegen Barrieren und andauernden Diskriminierungen im Flugverkehr.

Leider waren die Bemühungen nicht von großem Erfolg geprägt. Daher versuche ich mein Glück erneut und bitte Sie, sich der dringenden Angelegenheit anzunehmen.

Das Antidiskriminierungs Modell

Das deutsche Antidiskriminierungsmodell?

Der bisherige Verlauf: Von der Antidiskriminierungsstelle, bei der ich die Beschwerde einreichte, wurde ich zur Bundesbeauftragten für Menschen mit Behinderung weitergeleitet. Doch dort sah man sich ebenfalls nicht in der Lage, der diskriminierenden Situation im Flugverkehr aktiv und erfolgreich entgegenzutreten. Man leitete mich weiter an das Luftfahrtbundesamt, der nationalen Durchsetzungsstelle für Verstöße gegen die EU Flugverordnung. Auch dort konnte man mir leider nicht weiterhelfen – ganz offensichtlich wollte oder konnte das Luftfahrtbundesamt nicht wahrhaben, dass Fluggesellschaften Rollstuhlnutzern oder ähnlichen Personengruppen keine entsprechende Hilfeleistung (z.B. einen Bordrollstuhl) bieten, die es ermöglicht, an Bord des Fliegers eine Toilette aufzusuchen. Ich wurde an das Verkehrsministerium weitergeleitet. Hier endet die Kommunikation mit den Worten:

“Unabhängig vom Vorhandensein behindertengerechter Toiletten muss das Luftfahrtunternehmen sicherstellen, dass der Passagier unter Wahrung seiner Privatsphäre die Toilette benutzen kann” (Luftfahrtbundesamt, 9.9.2008)

An sich ein schönes Statement. Jedenfalls in der Theorie. Auf den Flugalltag jedoch scheint es keine Auswirkung zu haben: Eine Toilette ist für viele mobilitätseingeschränkte Passagiere im Flieger nach wie vor nicht aufsuchbar.

Was seitdem geschehen ist

  • Mittlerweile ist eine Petition für barrierefreies Fliegen auf Bundes- und auf europäischer Ebene auf den Weg gebracht worden.
  • In den Medien ist viel über die Petitionen und die untragbare Situation berichtet worden, siehe Pressespiegel
  • Der NDR hat einen Film über die Toilettensituation im Flugzeug gedreht, siehe “Kampf ums Klo”

Ein Jahr nach in Kraft treten der EU Flugverordnung ist alles beim Alten: Rollstuhlfahrer kommen im Flieger einfach nicht aufs Klo! Ein Bericht zum einjährigen Geburtstag verdeutlicht die unveränderte Lage.

Die in höchstem Maße diskriminierende und unwürdige Situation, in denen Passagiere vom Gang zur Toilette abgeschnitten sind, besteht weiterhin. Sie wiederholt sich täglich ohne dass sich eine Antidiskriminierungsstelle, eine Bundesbeauftragte, ein Luftfahrtbundesamt oder ein Verkehrsministerium sich ihrer nachhaltig angenommen hätte.

Meine Hoffnungen ruhen nun auf Ihnen, Frau Lüders: Machen Sie was!

Mit freundlichen Grüßen
Kay Macquarrie

Nachtrag 15.12.2009

Es gibt Antwort aus dem Haus der Antidiskriminierungsbeauftragten. Und dass, obwohl Frau Lüders ihr Amt noch gar nicht angetreten hat! Man sollte wohl dankbar sein, dass man überhaupt eine Antwort bekommt… allerdings  steht in dem Schreiben wenig neues drin.

Es wird lediglich angekündigt, man wolle auf der ILA Ausstellung 2010 wieder mit den Fluggesellschaften reden … Ich glaube, die Herren und Damen von der Lufthansa und Co bekommen schon weiche Knie.

In der Summe bloss eine neue Weiterleitung

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Wikipedia löscht kritischen Lufthansaeintrag

17. November 2009
Lufthansa versus Barrierefreiheit

Lufthansa versus Barrierefreiheit

Da staune ich: Plötzlich ist mein Beitrag “Barrierefreiheit” im Wikipediaeintrag über die Lufthansa weg! Gelöscht.

Schon kommt mir in den Sinn, die Lufthansa wolle ihr Image aufpolieren und hat den Absatz möglicherweise klammheimlich wegradiert. Oder gibt es womöglich keine Barrieren mehr bei der Deutschen Lufthansa und es muss fortan heißen: Freier Flug für freie Bürger?

Zum Glück gibts bei der Wikipedia ein Archiv über die gemachten Änderungen und schnell werde ich fündig. Eine Diskussion zum Thema Barrierefreiheit bei der Lufthansa verrät, dass sich ein paar Wikipedianer an folgendem stören: Weil die Barrierefreiheit kein spezielles Lufthansa Thema ist, gehöre es auch nicht in den Eintrag hinein.

Hm! Erscheint auf dem ersten Blick logisch. Barrierefrei fliegen können Reisende auch bei viele anderen Airlines nicht.  Das stimmt!

Dann aber denke ich: wenn sich nicht die Lufthansa einsetzt für ein barrierefreies Fliegen, wer denn dann? Welches andere Flugunternehmen in Deutschland oder Europa könnte ein so starke Signalwirkung ausstrahlen wie die Lufthansa?

Und deswegen ist die Kritik, die Lufthansa würde nicht genug machen, für ihre mobilitätseingeschränkten Passagiere richtig, wichtig und legitim. Und gehört in den Wikipediaeintrag.  So lange, bis die Lufthansa ihr Versprechen einlöst und Bordrollstuhl und Klo bereitstellt.

Dikussion um Löschung verfolgen: (auf weiterlesen klicken)

Weiterlesen »

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Blogger bezwingt Lufthansa!

19. August 2009
Sitz Europäischer Gerichtshof

Sitz des Europäischen Gerichtshofs (Bild Wikipedia)

So oder so ähnlich stelle ich mir die Meldung auf spiegel.de vor.

Dann, wenn die Deutsche Lufthansa endlich beisteuert und den kleinen, aber so hilfreichen Bordrollstuhl für Passagiere mit Mobilitätseinschränkung bereitstellt.

Bis dahin allerdings läuft alles seinen demokratisch vorgesehen Weg

  1. Beschwerde bei der Deutschen Lufthansa einreichen (erledigt)
  2. Beschwerde muss beantwortet werden und der Beschwerdesteller ist mit der Antwort nicht zufrieden (erledigt, denn das bin ich nicht)
  3. Beschwerde bei der nationalen Durchsetzungsstelle einreichen, in Deutschland das Luftfahrtbundesamt LBA (heute erledigt)

und wenn die Antwort vom LBA unbefriedigend ausfällt, geht es früher oder später nach Luxemburg zum Europäischen Gerichtshof.

Das jedenfalls ist der Masterplan!

zum Nachlesen

Lufthansa wieder ohne Bordrollstuhl
Geburtstag! EU Flugverordnung wird 1
Nachgehakt – Lufthansa bald barrierefrei?

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Nachgehakt – Lufthansa bald barrierefrei?

01. August 2009

rechtaufklo hakt nach bei der Lufthansa. Diese hatten angekündigt, ihre “Classic Flotte” mit einem Bordrollstuhl zu versehen. Wann werden die Umbauarbeiten abgeschlossen sein und was ist mit den Fliegern, die nicht zur Classic Flotte gehören?

Platz für Bordrollstuhl

Platz für Bordrollstuhl - Lufthansa rüstet Flotte barrierefrei um

in english: The German Lufthansa plans to make their short-haul flights more accessible for passengers with reduced mobility (PRM). In several weeks they want to provide on-board wheelchairs on their “classic fleet” aircrafts. In an E-Mail the Lufthansa is aked to specify when their fleet will be wheelchair ready and what happens, if a PRM uses a flight, which does not belong to the categorie “classic fleet”.

E-Mail an Lufthansa

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 21. Juli 2009.

Ich bitte um schriftliche Klarstellung folgender Punkte, die in Ihrer E-Mail angesprochen werden:

  1. Bis wann genau erfolgt die Umrüstung der Maschinen und die Ausstattung mit einem dauerhaft untergebrachten Rollstuhl?
  2. Sie schreiben, dass die Umrüstung die Maschinen der Lufthansa Classic Flotte betrifft. Wie viel Prozent der Lufthansa Flotte machen diese Maschinen aus? Was passiert, wenn ein Bordrollstuhl in einem Flieger benötigt wird, der nicht zu der Kategorie “mit Bordrollstuhl” gehört?
  3. Ich fordere Sie erneut auf, die Entschädigungszahlung zu leisten. Die Grundlage für eine Zahlung ergibt sich aus der Verletzung der mangelhaft erbrachten Beförderung.

Ihren Ausdruck des Bedauerns, dass die Lufthansa Hotline unterschiedliche und widersprüchliche Angaben gemacht hat, nehme ich dankend zur Kenntnis.

Mit freundlichen Grüßen
Kay Macquarrie

Initiative www.rechtaufklo.de

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