Huckepack aufs Klo

Iberia - Bordrollstuhl bestätigt und dann doch keiner dabei

Iberia - Bordrollstuhl bestätigt und dann doch keiner dabei

Iberia, das war anders vereinbart. Im Vorfeld der Flugreise bekomme ich von euch die Bestätigung, dass auf meinen Flügen ein Bordrollstuhl dabei ist (wcob = wheelchair on board). Und was ist? Auf beiden Flügen kein solches Vehikel vorhanden. Nichts mit dem ich auf dem dreistündigen Flug ein Klo hätte aufsuchen können. Ich sage euch eins: das muss besser werden!


Es ist ein Novum. Das hat es einfach noch nicht gegeben. Erst einen Bordrollstuhl versprechen und dann verlegen eingestehen, dass er nicht dabei ist! Dabei bieten viele Airlines seit Jahren schon einen sogenannten On-Board-Wheelchair auf der Kurzstrecke und der Mittelstrecke. So zum Beispiel die supergünstig Airline Ryanair (!) und auch die Lufthansa. Warum geht das bei der größten spanischen Fluggesellschaft nicht? Und warum tut sie so als ob?

Bordrollstuhl bestätigt!

Noch vor dem Abflug hat Iberia die Gelegenheit, einen Bordrollstuhl am Hamburger Flughafen zu besorgen. Klappt aber nicht, obwohl man alles versucht, so versichert es mir die Purserin, die Chefin der Flugbegleiter.

Schon bei der Ticketausstellung gab es massive Probleme. Angeblich wäre mein Rollstuhl von meinem Reisebüro fälschlich mehrfach eingegeben worden. Was zu bezweifeln ist. Denn die sind professionell aufgestellt und machen meine Flugbuchungen regelmäßig. Mit anderen Airlines klappt es einwandfrei.

In Madrid angekommen mache ich Iberia sofort per Twitter auf das Fehlen des Bordrollstuhls aufmerksam. Damit hat Iberia drei volle Tage Zeit, es auf der Rückreise besser zu machen.

Die Reaktion erfolgt prompt. Wenn auch – wie sich bald herausstellen soll – nicht erfolgreich und dazu auch noch falsch. Denn der Bordrollstuhl wird von der Airline bereitgestellt, nicht vom Airport. Wie befürchtet fehlt dann auch auf dem Rückflug das gewünschte Objekt: Wo ist der versprochene Bordrollstuhl?

Vom versammelten Flugteam wird mir versichert: Vor Jahren hätte es ein solches Gefährt gegeben. Aber das würde man schon seit langem auf der Strecke nicht mehr mit sich führen. Dafür gäbe es keinen Platz. Ah ja!

Kaum 5 Kilo schwer und kleiner faltbar als normales Handgepäck

Und was würde man zu der schriftlichen Bestätigung sagen? Das kann nicht sein. Da muß das Reisebüro eine falsche Eingabeseite benutzt haben. Hmmm!

Gut, aber ich bräuchte nun einen Bordrollstuhl und jetzt ist die Chance – solange wir noch nicht in der Luft seien – einen zu organisieren. Das klappt dann aber leider wieder nicht.

Der Flugbegleiter kommt schließlich vorbei und versichert mir: Das kriegen wir hin. Wir machen es auf die spanische Art. Spannend, denke ich.

Nach zweieinhalb Stunden ist es dann soweit. Die Blase drückt, ich will aufs Klo. Der freundliche Flugbegleiter trommelte seine Leute zusammen. Mit vier Leuten, zwei Frauen und zwei Männern, kommt man pulkartig zu meinen Sitzplatz. Die Sitznachbarn werden dezent aufgefordert, sich umzusetzen. Da streckt ein starker Flugbegleiter seine Arme aus. Ich bin irritiert. Was passiert jetzt, frage ich? Ich nehme Sie jetzt Huckepack!

Hat der Kapitän die zündende Idee?

Dankend lehne ich ab. Getragen werden möchte ich nicht. Was ist, wenn sie mich fallen lassen, denke ich? Außerdem kann die EU das nicht gemeint haben, als sie den Airlines vor Jahren verordnete „Hilfe zu leisten, um zu den Toiletten zu gelangen“. Die Flugbegleiter sind hilflos und wissen nicht, wie sie die Flugverordnung in die Tat umsetzen sollen. Jemand geht zum Kapitän. Vielleicht hat der einen besseren Plan.

Der Pilot sieht aber auch keine Alternative. Zwischenlanden kann er nicht mehr und so wird mir schlichte Nachricht überbracht: Entweder Sie lassen sich jetzt tragen, oder Sie müssen bis zur Landung warten. Harte Worte.

Schließlich darf meine Sitznachbarin wieder an ihren Platz zurückkehren und ich wurde mit meinem Bedürfnis alleine gelassen. Wie eingangs erwähnt: Hier gibt es in vieler Hinsicht deutlichen Raum zur Verbesserung, Iberia!

Natürlich läuft die Beschwerde. Vielleicht wird es auch zu einer Klage kommen.

Fortsetzung folgt.

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