Mit ‘Bordrollstuhl’ getaggte Artikel

Schweden – No one is left behind?

Montag, 09. Februar 2015

Schwedische Airline SAS ohne Bordrollstuhl (Bildquelle Wikipedia)

Offiziell setzt die schwedische Politik seit langem auf Inklusion von Menschen mit Behinderung und somit auf Barrierefreiheit. Dazu gehört auch die freie Wahl von Transportmitteln.

Having the possibility to travel without hindrance is of vital importance to people with disabilities. All citizens must be able to work, study and take part in community activities on equal terms. Quelle

Warum Scandinavian Airlines sich dann so schwer tut mit der Bereitstellung eines Bordrollstuhls? Das ist unklar.

Einen Bordrollstuhl gibt es bei Scandinavian Airlines nicht!

SAS wird keinen Bordrollstuhl verfügbar machen wird. Die Begründung:

(…) airlines are not obliged to provide onboard wheelchairs.

(…) Luftfahrtunternehmen sind nicht verpflichtet einen  Bordrollstuhl mitzuführen.

Scandinavian Airlines sieht keine Pflicht für Bereitstellung eines Bordrollstuhls

SAS liegt richtig. Eine direkte Verpflichtung zur Mitnahme eines Bordrollstuhl gibt es nicht. Allerdings heißt es in der EU Verordnung: “Erforderlichenfalls Hilfe, um zu den Toiletten zu gelangen.” Praktisch bedeutet dieser Satz die Mitnahme eines Bordrollstuhls. Viele andere Airlines wie Lufthansa, German Wings, Air Berlin und sogar Ryanair bieten seit Langem einen Bordrollstuhl auch auf Kurz- und Mittelstrecke.

Fakt ist: Der Flug startet am 23. Februar. Bis dahin ist ja noch etwas Zeit. Auf storify verfolgen, wie die Geschichte weitergeht!

Update: SAS hat auf weder auf dem Hinflug noch auf dem Rückflug einen Bordrollstuhl dabei (und stellt auch keine Alternative bereit, um zu den Toiletten zu gelangen) und verstößt damit gegen  geltende EU Verordnung und gegen den Beschluss des Amtsgerichts in Hamburg!

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German Wings – Bitte ohne Extras!

Donnerstag, 22. Januar 2015

Bordrollstuhl (meist) ja - aber ganz schön umständlich

Offener Brief

Betreff: Barrierefrei fliegen & barrierefrei Bordrollstuhl anmelden

Sehr geehrter Head of Cutomer Relations von German Wings,

per Mail haben Sie heute (20. Jan 2015) über mein Reisebüro eine Anmeldung eines Bordrollstuhls erhalten für die anstehenden Flüge am 18. und 19.2.2015 zwischen Hamburg und Köln. Genau so wie Sie es mir in einem Briefwechsel im September letzten Jahres vorgeschlagen haben.

Wie Sie sich vorstellen können, ist das German Wings Verfahren einen Bordrollstuhl anzumelden – erst Ticket buchen, dann Rollstuhlfahrer anmelden, dann separate Mail an Sie schicken – kompliziert und zeitintensiv. Auch Sie investieren Arbeitszeit!

Aus mir unerklärlichen Gründen scheint eine Anmeldung eines Bordrollstuhls über das Buchungssystem (in diesem Fall Amadeus) nicht vorgesehen zu sein. Die Eingabe eines WCOB (=Wheelchair On Board) endet in einer Fehlermeldung: srwcob/s2 SERVICE REQUEST NOT ACTIVE FOR THIS AIRLINE

In Zukunft werden wir (mein Reisebüro und ich) auf den Schritt der expliziten Anmeldung eines Bordrollstuhls verzichten. Ich erwarte, dass bei der Flugbuchung als Rollstuhlfahrer auf einer meiner Standardstrecken (Bonn – Hamburg, bzw. Bonn – Berlin) automatisch ein Bordrollstuhl verfügbar ist.

Selbiges setze ich voraus für Nicht – Standardstrecken, wie zum Beispiel für den bereits gebuchten Flug von Hamburg nach Barcelona am 8.2.2015 (4U7520, 16:40 Uhr).

Mit freundlichen Grüßen
Recht auf Klo

P.S. Über Twitter hat sich GermanWings schon gemeldet. Eine definitive Aussage liegt bis heute (3.2.2015) nicht vor. Hier die Tweets:

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Lufthansa mit treuem Begleiter

Dienstag, 16. September 2014

Mit Bordrollstuhl im Lufthansa Flieger (neu: auch ohne Anmeldung!)

Der Bordrollstuhl (mit dem ein mobilitätseingeschränkter Passagier die Toilette erreichen kann) ist bei der Lufthansa seit längerem bei Anmeldung auf allen Flugstrecken, inklusive Kurz-, Mittel- und Langstrecke, an Bord dabei. Seit Juni diesen Jahres kann darauf verzichten werden, ihn bei der Buchung extra anzufordern! Mein Reisebüro schreibt:

WHEELCHAIR ON BOARD LUFTHANSA AIRCRAFT: WCOB IS AVAILABLE AND DOES NOT HAVE TO BE REQUESTED AS AN SSR.

(WCOB = Wheelchair on Board, SSR = Special Service Request)

Wichtig: Es bleibt dabei, dass der eigene Rollstuhl vor dem Flug angemeldet werden muss, um Unterstützung beim Boarden zu bekommen. Und, so weit ich im Bild bin, geht das bei der Lufthansa noch immer nicht beim eigentlichen Buchungsvorgang, sondern muss umständlich nachgemeldet werden. Aber immerhin: Ein klappbarer Bordrollstuhl ist nun stets dabei.

Sehr gut, liebe Lufthansa. Geht doch! Jetzt noch ein wenig an der Ausstattung der zu engen Toilettenkabinen arbeiten, so dass die Toilette auch bordrollstuhlzugänglich wird. Dann werde ich Ruhe geben.

Mehr Infos unter Lufthansa – Barrierfrei Reisen an Bord

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In aller Kürze: Germanwings ändert seine Meinung

Dienstag, 11. Juni 2013

Germanwings: Bordrollstuhl auch auf innerdeutschen Flügen

Kurz vor Abflug am 19. Juni 2013 stellt die Lufthansa Tochter nun doch einen Bordrollstuhl bereit. Ursprünglich sollte es auf dem innerdeutschen Flug zwischen Köln und Berlin keinen geben. “Gibt’s nicht!” so die kurze Antwort von Germanwings an mein Reiseunternehmen.

Also kontaktiere ich kurzerhand Johanna Siemssen von der Ladenkanzlei aus Hamburg.

Nach einer höflichen Nachfrage – und mit dem Hinweis notfalls weitere Schritte einzuleiten, zum Beispiel eine Einstweiligen Verfügung – gibt es nun Entwarnung: In ebenso knapper Form erteilt Germanwings plötzlich grünes Licht für den Bordrollstuhl.

Geht doch!

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Ramsauer solls richten

Mittwoch, 31. August 2011

Dem Verkehrsminister liegt ein neuer Brief auf dem Tisch. Die Forderung: Klarheit schaffen in Sachen barrierefreies Fliegen. Das brennendste Thema des Offenen Briefs betrifft die Begleitperson von PRMs.

Soll es Airlines weiterhin frei gestellt sein, allein reisenden mobilitätseingeschränkten Passagieren spontan den Flug zu verweigern?

So wie jüngst geschehen, als der UN-Sonderberichterstatter Shuaib Chalklen seinen Flug nicht antreten konnte mit der hanebüchenen Begründung, weil er selbst nicht auf die Toilette gehen könnte! Als hätte eine Begleitperson einen Unterschied gemacht, bei den viel zu kleinen Bordtoiletten.

“Die Fluglinien setzen EU-Gesetze nicht um”, beobachtet nicht nur der UN-Berichterstatter, sondern auch der Berliner Behindertenverband und wendet sich in dem Offenen Brief an die deutsche Politik.

Das Schreiben kommt mit einer Liste von Forderungen.  Hier eine Auswahl:

  • Bereitstellung von Bordrollstühlen
  • Wenn Begleitperson Pflicht, dann muss sie kostenfrei befördert werden
  • Barrierefreie Toiletten bei Neuanschaffungen und Neuausstattung
  • Mindestens eine barrierefreie, bordrollstuhlgerechte Toilette pro Flugzeug mit mehr als einem Gang
  • Online buchen muss möglich sein
  • Stufenloser Eingang in die Flugzeuge
  • Delivery at Aircraft: Der PRM erhält seinen Rollstuhl direkt am Flugzeug

Danke nach Berlin!

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Nagelneue Bordrollstühle bei Lh

Sonntag, 30. Mai 2010
Bordrollstuhl - handlich verpackt

Bordrollstuhl - handlich verpackt

Lufthansa mit frischen, fabrikneuen Bordrollstühlen ausgestattet

Auch die Bordcrew war positiv überrascht und wollte den neuen Bordrollstuhl gleich ausprobieren. Wir warteten allerdings bis alle Passagiere auf dem Flug zwischen Hamburg und München mit Getränken versorgt waren.

Dann wurde der Rollstuhl entpackt und entfaltet. “Ganz leicht”, wie die beiden Stewardess erzählten. Allein das Schieben und Ziehen des Minirollstuhls durch den Gang zur Toilette ist  etwas beschwerlich. Der Gang ist eng und die Rollen tun sich schwer mit dem Teppichfussboden. Ansonsten funktioniert der Minirollstuhl problemlos.

Auch vom Gewicht leicht: geschätzte fünf Kilogramm

Auch vom Gewicht leicht: geschätzte fünf Kilogramm

Lufthansa will diesen Bordrollstuhl in Zukunft auf allen eigenen Strecken als festes Equipment mitführen (Überraschungsanruf von Lufthansa). Auch wenn über diesen neuen Service auf Kurzstrecken noch immer nichts geschrieben steht auf der Lufthansa Homepage!!

So, Phase I der Petition für barrierefreies Fliegen ist gezündet. Jetzt müssen die Toilettenkabinen noch so umgestaltet werden, dass sie für Bordrollstühle zugänglich werden.

Definitiv ein Thema für die Konferenz auf der ILA 2010 ( mehr auf Kobinet).

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Nun doch: Lufthansa bestätigt Bordrollstuhl

Montag, 22. März 2010
Lufthansa über Facebook angeschrieben

Lufthansa über Facebook angeschrieben

Jetzt hab’ ich sie! Die schriftliche Bestätigung, dass Lufthansa auf einem innerdeutschen Flug ein Bordrollstuhl bereitstellt.

Geht doch.

Erst wollten sie nicht (Troubles with Lufthansa), dann schrieb ich an Facebook und auch direkt an Lufthansa.  Und jetzt scheint es doch möglich zu sein.

Aus der Kundenleitung der Lufthansa heißt es:

Gerne bestätige ich Ihnen heute schriftlich, dass wir für Ihre Reise nach München einen Bordrollstuhl für Sie zur Verfügung stellen werden. Die Leiterin des Betreuungsdienstes ist über Ihre Reisedaten informiert und wird dafür sorgen, dass der Bordrollstuhl für Sie bereitsteht. Einen entsprechenden Bestätigungsvermerk werde ich auch noch in Ihrer Buchung vornehmen.

So, wenn das ganze in Zukunft ohne Nachfragen funktioniert und ohne Spezialemail (die ich hier leider nicht veröffentlich darf) werde ich überzeugter Fan der Lufthansa.

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Überraschungsanruf von Lufthansa

Dienstag, 09. März 2010
Lufthansa

Lufthansa lenkt ein, Folge III

Die Airline verspricht: Schon bald gibt es Bordrollstühle. Als festes Equipment!

Auf dem ersten Blick nichts wirklich Neues.

Gleiches erfuhr ich bereits bei meinem Inkognito Anruf als Kay Hansen vor über anderthalb Jahren, was durch den Lufthansasprecher gegenüber den Kieler Nachrichten bestätigt wurde. Eine ähnliche Antwort gab es im Juli 2009 auf direkte Nachfrage.

Im Sommer machte ich den Praxistest und flog mit der Lufthansa – ohne Bordrollstuhl. Wunsch und Wirklichkeit  könnten kaum weiter auseinanderklaffen.

Ob die Lufthansa diesmal zu ihrem Versprechen steht – Zeit und Erfahrung werden es zeigen!

Aber: Geradezu bahnbrechend erscheint die Aussage aus einem anderen Grund.  Zur Zeit prüft die Bundesregierung, ob sie der Europäischen Kommission die Empfehlung geben soll,  alle Airlines zu verpflichten, Bordrollstühle mitzuführen.

Angesichts eines mittlerweile abgeschlossenen Petitionsverfahrens, in dem sich die (alte) Bundesregierung klar zu Chancengleichheit und Barrierefreiheit bekennt, empfinde ich alleine die Fragestellung schon fast als persönlichen Angriff.

Höchst erfreulich daher das Statement der Lufthansa: Bordrollstühle werden fest an Bord der Kontinentalflotte mitgeführt.  Das gilt vorerst für die eigene Flotte. Auf kleineren Flugzeugen und bei Fliegern von Partnerunternehmen werde der Bordrollstuhl bei Bedarf bereitgestellt.

Da kann der Bundestag ihre aufwändige Recherche einstellen zur Frage, ob ein Bordrollstuhl überhaupt in einen Kurzstreckenflieger passt! Die Wirklichkeit hat die Politik scheinbar überholt.

Und zum Abschluss ein paar Antworten von der Lufthansa zu diesen Fragen:

Warum sollte ich glauben, dass es die Lufthansa jetzt ernst meint?

Bordrollstühle gibt es seit Inkrafttreten der Flugverordnung. In der Übergangszeit hätte es Probleme gegeben, da die Mitarbeiter nicht alle gleich gut informiert waren. Die klare Aussage: Wird der Bedarf 48 Stunden vor Antritt der Reise angemeldet, wird ein Bordrollstuhl bereitgestellt.

Warum bewirbt die Lufthansa noch immer nicht, dass sie Bordrollstühle auch auf der Kurzstrecke anbietet?

Das wäre der Lufthansa unbekannt, werde aber in die To-Do-Liste aufgenommen.  (Anmerkung: Scheinbar sind die Serviceseiten für barrierefreies Reisen bei der Lufthansa seit Jahren nicht mehr aktualisiert worden. Im November 2008 wurde in diesem Blog auf das Kommunikationsdefizit hingewiesen.)

Warum kann ich bei der Lufthansa den Hilfsbedarf nicht direkt bei der Buchung anmelden, was bei Ryanair bereits seit langem gängige Praxis ist?

Das sei bewusst so gehandhabt: Bei so vielen unterschiedlichen Behinderungen, wäre es besser, wenn das geschulte Personal den genauen Bedarf feststellt. (Anmerkung:  Aha!)

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Realität überholt Bundestag

Montag, 08. März 2010
Bundesadler

Bundesadler

Soll der EU Kommission empfohlen werden, den Bordrollstuhl in die Flugverordnung aufzunehmen?

Im Frühjahr steht die Bewertung der Flugverordnung an: Alle europäischen Staaten sollen der EU berichten, ob die Flugverordnung ausreichend umgesetzt wird.

Auch in Deutschland steht eine Evaluierung an. Das Verkehrsministerium hat daher den Auftrag bekommen, dem Bundestag bis Ende 2009  schriftlich mitzuteilen, ob und wie die Forderung aus der Petition in dem Bericht berücksichtigt werden.

Klaus Hagemann, Mitglied des Bundestags und Sprecher der Arbeitsgruppe Petitionen schreibt in einem Zwischenbericht:

Die Verpflichtung zur Mitnahme eines Bordrollstuhls wurde bewusst nicht mit in die Verordnung aufgenommen wurden!

Angeblich waren sich alle einig, sogar die Interessensverbände für Menschen mit Behinderung. Eine Begründung liefert er nicht.

Weiter gibt er den nicht sehr vielversprechenden Ausblick:

Ob in der Stellungnahme der Bundesregierung an die Kommission die Empfehlung ausgesprochen wird, dass Bordrollstühle mitzuführen sind, …, wird noch sorgfältig geprüft.

Kann es sein, dass das Thema so langen “sorgfältigen Prüfungen” unterzogen werden soll, bis es sich von selbst klärt? Die Lufthansa punktet jedenfalls und greift der Politik voraus:  Sie arbeitet bereits daran, Bordrollstühle zum festen Equipment ihrer Flugflotte zu machen.

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Blogger bezwingt Lufthansa!

Mittwoch, 19. August 2009
Sitz Europäischer Gerichtshof

Sitz des Europäischen Gerichtshofs (Bild Wikipedia)

So oder so ähnlich stelle ich mir die Meldung auf spiegel.de vor.

Dann, wenn die Deutsche Lufthansa endlich beisteuert und den kleinen, aber so hilfreichen Bordrollstuhl für Passagiere mit Mobilitätseinschränkung bereitstellt.

Bis dahin allerdings läuft alles seinen demokratisch vorgesehen Weg

  1. Beschwerde bei der Deutschen Lufthansa einreichen (erledigt)
  2. Beschwerde muss beantwortet werden und der Beschwerdesteller ist mit der Antwort nicht zufrieden (erledigt, denn das bin ich nicht)
  3. Beschwerde bei der nationalen Durchsetzungsstelle einreichen, in Deutschland das Luftfahrtbundesamt LBA (heute erledigt)

und wenn die Antwort vom LBA unbefriedigend ausfällt, geht es früher oder später nach Luxemburg zum Europäischen Gerichtshof.

Das jedenfalls ist der Masterplan!

zum Nachlesen

Lufthansa wieder ohne Bordrollstuhl
Geburtstag! EU Flugverordnung wird 1
Nachgehakt – Lufthansa bald barrierefrei?

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Nachgehakt – Lufthansa bald barrierefrei?

Samstag, 01. August 2009

rechtaufklo hakt nach bei der Lufthansa. Diese hatten angekündigt, ihre “Classic Flotte” mit einem Bordrollstuhl zu versehen. Wann werden die Umbauarbeiten abgeschlossen sein und was ist mit den Fliegern, die nicht zur Classic Flotte gehören?

Platz für Bordrollstuhl

Platz für Bordrollstuhl - Lufthansa rüstet Flotte barrierefrei um

in english: The German Lufthansa plans to make their short-haul flights more accessible for passengers with reduced mobility (PRM). In several weeks they want to provide on-board wheelchairs on their “classic fleet” aircrafts. In an E-Mail the Lufthansa is aked to specify when their fleet will be wheelchair ready and what happens, if a PRM uses a flight, which does not belong to the categorie “classic fleet”.

E-Mail an Lufthansa

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 21. Juli 2009.

Ich bitte um schriftliche Klarstellung folgender Punkte, die in Ihrer E-Mail angesprochen werden:

  1. Bis wann genau erfolgt die Umrüstung der Maschinen und die Ausstattung mit einem dauerhaft untergebrachten Rollstuhl?
  2. Sie schreiben, dass die Umrüstung die Maschinen der Lufthansa Classic Flotte betrifft. Wie viel Prozent der Lufthansa Flotte machen diese Maschinen aus? Was passiert, wenn ein Bordrollstuhl in einem Flieger benötigt wird, der nicht zu der Kategorie “mit Bordrollstuhl” gehört?
  3. Ich fordere Sie erneut auf, die Entschädigungszahlung zu leisten. Die Grundlage für eine Zahlung ergibt sich aus der Verletzung der mangelhaft erbrachten Beförderung.

Ihren Ausdruck des Bedauerns, dass die Lufthansa Hotline unterschiedliche und widersprüchliche Angaben gemacht hat, nehme ich dankend zur Kenntnis.

Mit freundlichen Grüßen
Kay Macquarrie

Initiative www.rechtaufklo.de

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Geburtstag! EU Flugverordnung wird 1

Sonntag, 26. Juli 2009

Am 26.7.2008 trat die EU Veordnung für barrierefreies Fliegen in Kraft. Ein Jahr ist das nun her. Doch was hat sich konkret getan? Kommen mobilitätseingeschränkte Passagiere – Passagiere mit Rollstuhl zum Beispiel – mittlerweile im Flieger aufs Klo?

Klar, die Verordnung mag das Bewußtsein geschärft haben – insbesondere bei den Flugunternehmen. Wurde das Klientel von Passagieren mit Mobilitätseinschränkung zuvor einfach ignoriert (jedenfalls hatte ich diesen Eindruck), werden Fluggesellschaften nun durch die EU immerhin auf ihre Pflichten hingewiesen.

Deutsche Lufthansa ohne Bordrollstuhl

Deutsche Lufthansa auch 2009 ohne Bordrollstuhl

So weit so gut. Doch sind wir bereits über den Stand hinaus, dass das Problem erkannt und schriftlich formuliert  ist?

Beispiel Lufthansa

Eines der größten Luftfahrtunternehmen weltweit ist die Deutsche Lufthansa. Doch auch sie weigert sich standhaft, Flüge barrierefrei zu gestalten. Dies sei zu teuer und wirtschaftlich nicht sinnvoll, so Unternehmenssprecher Jan Bärwalde in einem Interview mit der Deutschen Welle.

Und selbst ein kleiner, handlicher Bordrollstuhl wird auf Kurz- und Mittelstreckenflügen noch immer nicht zur Verfügung gestellt. Ganz im Gegensatz zu einer Verlautbarung der Lufthansa vom November 2008 in den Kieler Nachrichten. Hier kündigte das Luftfahrtunternehmen an, diesen “Service” ab sofort anzubieten. Darüber berichtete auch der NDR in einem kurzen Filmclip. Alles nur PR-Taktik?

Meinen Flug mit Lufthansa im Juni 2009 mußte ich jedenfalls erneut ohne Bordrollstuhl antreten und das trotz mehrfacher und rechtzeitiger Anmeldung meines Bedarfs per E-Mail und Telefon. Die Aussage der Hotline lautete immer wieder: von einem Bordrollstuhl auf Kurzstreckenflügen wissen wir nichts, den bieten wir nur auf Langstrecken an.

Beispiel Ryan Air

Es ist ja nicht so, dass die EU Verordnung nur der Deutschen Lufthansa unwichtig erscheint. Auch Ryanair hält sich nicht an die Regelung und geht sogar noch einen Schritt weiter.  Wer nicht alleine auf Klo gehen könne, der müsse eine Begleitperson mitnehmen!

Bleibt die Frage, wie eine Begleitperson es schaffen soll einen Passagier, der nicht laufen kann, zur Toilette zu bringen, wenn es keinen Bordrollstuhl gibt. Huckepack oder hinter sich her schleifend?! Liebes Ryanair Team: eine Begleitperson ersetzt keinen Bordrollstuhl!

Beispiel Namenlos* und Gelöscht*

Mit Namenlos flog ich im April 2009 von Hamburg über Amsterdam nach Shanghai. Trotz Einsatz moderner und strukturell barrierefreier Flugzeugtypen wieder kein Bordrollstuhl.

Und übrigens: Das häufig gebrachte Argument, ein Bordrollstuhl “sei zu eng für die schmalen Gänge im Flieger” gilt allein schon deswegen nicht, weil ich als PRM per Bordrollstuhl in das Flugzeug hineinkomme. Sonst könnte ich das Flugzeug ja gar nicht erst besteigen.

Mit Gelöscht ging es im September von Hamburg über Paris in die USA. Natürlich ohne Bordrollstuhl. Die absurde Begründung:

Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität müssen selbständig in der Lage sein, den Weg zu den Toiletten, zu bewerkstelligen.

*Namenlos und Gelöscht darf ich aus rechtlichen Gründen nicht mehr beim Namen nennen.

Beispiel Zuschriften

Per E-Mail, telefonisch und per Post erreichen mich Zuschriften von Menschen, die auf ähnliche Probleme stossen, wie oben geschildert.  Darunter auch Menschen, die Fluggesellschaften per Einstweiliger Verfügung dazu zwangen, einen Bordrollstuhl mit sich zu führen. Auch ich habe im April 2009 eine Einstweilige Verfügung gegen eine Luftunternehmen eingereicht. Leider musste ich die Verfügung zurücknehmen, weil mir die Airline drohte, mich nicht alleine zu befördern. Sie bestand auf eine Begleitperson.

Unterm Strich

Auf dem ersten Blick scheint die Flugverordnung nicht viel gebracht zu haben:

  • Kein Bordrollstuhl auf Kurz- und Mittelstrecke
  • Kein Zugang zur Toilette für Passagiere mit Gehbinderung
  • Mangelhafte Auskunft an den Hotlines
  • Mangelhaft geschultes Crewpersonal
  • Keine Möglichkeit, online ein Ticket zu buchen und spezifischen Bedarf anzumelden (z.B. Hilfe beim Ein- und Ausstieg im Flugzeug)

Und doch – vielleicht bewegt sich ja etwas. Immerhin scheinen die Airlines sensibler auf das Thema zu reagieren.  Kürzlich erhielt ich von der Lufthansa ein Schreiben, dass hoffen lässt. Darin heißt es, dass ein Teil der Flugzeuge zur Zeit umgerüstet werden würden, um dann einen Bordrollstuhl mitführen zu können.

Ein Schritt näher Richtung barrierefreiem Flugverkehr?

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Lufthansa bald barrierefrei?

Sonntag, 26. Juli 2009

Wohl nicht. Aber offensichtlich künftig mit Bordrollstuhl!

Vor einigen Tagen erhielt ich per E-Mail ein Schreiben von der Deutschen Lufthansa. Meine Beschwerde, die Lufthansa hätte wieder keinen Bordrollstuhl bereitgestellt, wurde mit folgenden Worten quittiert:

In Einklang mit der EU-Verordnung werden momentan unsere Fluggeräte umgerüstet, so dass künftig auf jedem Kurzstreckenflugzeug der Lufthansa Classic Flotte ein Rollstuhl dauerhaft untergebracht sein wird. Die Umrüstung der Maschinen wird in einigen Wochen abgeschlossen sein.

Aha! So etwas ähnliches hatte ich von der Deutschen Lufthansa doch schon mal gehört. Damals – im November 2008 – liess der Unternehmenssprecher Jan Bärwalde verlauten:  ”Wir stellen auf Kurz- und Mittelstrecken bei einer vorherigen Anmeldung bis 48 Stunden vor Flugbeginn bei Bedarf einen Bordrollstuhl bereit” (siehe Kieler Nachrichten vom 28.11.2008)

Bleibt zu hoffen, dass die Lufthansa es dieses Mal ernst meint und Worten Taten folgen lässt.

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L.A. – so nah und doch so fern

Mittwoch, 08. Juli 2009

Kein Recht auf Klo für Berliner Filmemacher

Ein Flug nach Los Angeles blieb ein Traum für den Filmemacher und Blogger Jürgen Hobrecht. Warum? Weder  Air France, noch Air Berlin noch Delta Airlines sahen sich in der Lage, dem 52 Jahre alten Rollstuhlfahrer einen barrierefreien Flug anzubieten. Also musste er in Berlin bleiben. Ein Wiedersehen mit seinem alten Kollegen aus Palästina blieb ihm verwehrt.

In seinem Blog jhobrecht.de beschreibt er den Versuch einen Flug zu buchen, bei dem er eine Toilette hätte benutzen können.  Die eindringlichsten Passagen zitiere ich:

Air France

Da ich beim Internetbuchen  nicht eingeben kann, dass ich Rollstuhlfahrer bin, fahre ich nach Tegel, um meinen Reiseplan voranzutreiben. Erste Station ist der Air France Schalter. Ein distanzierter Mensch in den Fünfzigern sucht mir gar nicht erst den gewünschten Flug raus, sondern informiert mich, dass ich eine Flugtauglichkeitsbescheinigung vom Arzt benötige. Dann insistiert er: ”Können Sie laufen?” Ich sage, dass ihn das nichts angeht und frage, wozu er das wissen will.

“Der Mann kann gar nicht laufen”

Er sagt, “wegen der Toilette”. Ich sage, dass ich nicht laufen kann. Er dreht sich um und fragt eine hinter ihm sitzende Frau, so laut, dass es alle Umstehenden hören: ”Der Mann kann gar nicht laufen. Wie kommt er dann zur Toilette?” “Gar nicht,” wird er von der Frau beschieden.  Umstehende gucken mich wortlos an. Als der Mann schließlich sagt, ich benötige eine Begleitperson, sonst würde man mich nicht mitnehmen, bekomme ich einen Wutanfall, kündige an, mich zu beschweren und lasse ihn stehen.

Air Berlin

Ein Anruf bei der Zentrale ergibt, dass das kein Problem ist. Ich fahre nach Hause, will  erst ein Auto buchen und ein Hotel, ehe ich den Flug bestätige.
Am nächsten Morgen rufe ich die Presseabteilung von Air Berlin an, um meinen Flug zu buchen. Ich bitte die ebensfalls betont freundliche Dame dort, mir das Vorhandensein eines Bordrollstuhl und einer Toilette schriftlich zu bestätigen. Ansonsten könne ich nicht buchen. Das versteht sie und verspricht, sich zu kümmern.
Air Berlin ruft an. Das Verhör beginnt von Neuem. “Können Sie laufen?”   ”Also kann ich nun auf´s Klo oder nicht?” frage ich wütend. “Wahrscheinlich nicht,” sagt die Frau. “Denn, eh´, wenn Sie nicht laufen können…” Immer noch scharf auf LA frage ich, ob Sie mir wenigstens den Nebensitz freihalten könne, so dass ich diskret einen Beutel wechseln kann. Das wäre leicht möglich, der Flieger ist nicht ausgebucht. Das verneint  sie strikt. “Das darf ich nicht. Ich kann Ihnen höchstens ein zweites Tickekt verkaufen.” Ich lege auf und starte einen letzten Versuch bei Delta. Die fliegen von Frankfurt direkt nach LA und gelten in den USA als behinderten-freundlich. Die völlig unerfahrene Frau im Call Center weiß nichts von Bordrollstühlen,  geschweige von Behindertenklos. Cool teilt sie mir mit, ich müsse erstmal buchen, damit sie meine Fragen klären könne. Minuten später klingeldt das Telefon. Das Call Center von British Airways. Ich zitiere: “Ich habe Rücksprache gehalten. Es gibt keinen Rollstuhl im Flugzeug. Sie brauchen eine Begleitperson, die Sie zur Toilette bringt. Ein Flug ist nur mit Begleitperson möglich. Allein können Sie nicht fliegen.” (Der O-Ton wird hier demnächst verlinkt)Ich lege auf und beschließe mit Mustafa weiter zu skypen.

Ein paar Meter weiter am Air Berlin Stand gibt es einen Flug von Düsseldorf nach LA, Abflug Dienstag, 7.5. um 13.00, Ankunft, LA Ortszeit 15.50. Also zwölf Stunden Flugzeit-Kosten, abzüglich Journalistenrabtt: 420€. Konkurrenzlos günstig! Ich sehe mich schon im Flieger nach Kalifornien. “Sagen Sie, komme ich an Bord auf Klo, ich meine der Flug dauert 12 Stunden,” will ich wissen. Die freundliche Frau weiß es nicht, will sich aber erkundigen. Ein Anruf bei der Zentrale ergibt, dass das kein Problem ist. Ich fahre nach Hause, will  erst ein Auto buchen und ein Hotel, ehe ich den Flug bestätige.

Am nächsten Morgen rufe ich die Presseabteilung von Air Berlin an, um meinen Flug zu buchen. Ich bitte die ebensfalls betont freundliche Dame dort, mir das Vorhandensein eines Bordrollstuhl und einer Toilette schriftlich zu bestätigen. Ansonsten könne ich nicht buchen. Das versteht sie und verspricht, sich zu kümmern.

Air Berlin ruft an. Das Verhör beginnt von Neuem. “Können Sie laufen?”   ”Also kann ich nun auf´s Klo oder nicht?” frage ich wütend. “Wahrscheinlich nicht,” sagt die Frau. “Denn, eh´, wenn Sie nicht laufen können…” Immer noch scharf auf LA frage ich, ob Sie mir wenigstens den Nebensitz freihalten könne, so dass ich diskret einen Beutel wechseln kann. Das wäre leicht möglich, der Flieger ist nicht ausgebucht. Das verneint  sie strikt. “Das darf ich nicht. Ich kann Ihnen höchstens ein zweites Tickekt verkaufen.” Ich lege auf …

Delta Airlines

… und starte einen letzten Versuch bei Delta. Die fliegen von Frankfurt direkt nach LA und gelten in den USA als behinderten-freundlich. Die völlig unerfahrene Frau im Call Center weiß nichts von Bordrollstühlen,  geschweige von Behindertenklos. Cool teilt sie mir mit, ich müsse erstmal buchen, damit sie meine Fragen klären könne. Minuten später klingelt das Telefon.

“Allein können Sie nicht fliegen”

Ich zitiere: “Ich habe Rücksprache gehalten. Es gibt keinen Rollstuhl im Flugzeug. Sie brauchen eine Begleitperson, die Sie zur Toilette bringt. Ein Flug ist nur mit Begleitperson möglich. Allein können Sie nicht fliegen.”

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Lufthansa wieder ohne Bordrollstuhl

Donnerstag, 02. Juli 2009

Ich dachte ja, dass wir schon weiter wären mit der Barrierefreiheit über den Wolken, seitdem der Unternehmenssprecher der Deutschen Lufthansa im November letzten Jahres großspurig verkündete, dass es Bordrollstühle nun auch auf Kurzstreckenflügen gibt.  Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile, nachdem Kieler Nachrichten und Kobinet es publizierten.

Und wie siehts konkret aus? Montag Abend einen Flug gebucht und am Dienstag bei der Hotline angerufen, um den Bordrollstuhl anzumelden. Doch die Dame an der Hotline nur kurz: Bordrollstühle bieten wir nur auf Langstreckenflügen an!

Lufthansa versus Barrierefreiheit
Lufthansa versus Barrierefreiheit
Diesen Flyer habe ich im Herbst letzten Jahres angefertigt – doch ist er noch immer brandaktuell.

Na toll, denke ich mir. Geht es wieder von vorne los. Gleich am Abend setze ich mich mit der medizinischen Abteilung der Lufthansa in Verbindung. Die seien zuständig für “Hilfeleistungen an Bord”. Doch weder Anruf und E-Mail, in denen ich auch auf die Aussagen vom Pressesprecher hinweise, bringen mir die positive Bestätigung über die Bereitstellung eines Bordrollstuhls.

Stattdessen kriege ich heute einen Rückruf: Wir als medizinische Abteilung sind leider nicht für Bordrollstühle zuständig, da müssen Sie sich an die allgemeine Hotline wenden.

Ich melde mich an der allgemeinen Hotline und verlange, mit der Vorgesetzten zu sprechen. Die Dame erzählt mir nach kurzer Prüfung: Sorry, nicht zuständig! und empfiehlt mich an den medizinischen Dienst.

Das gibt es doch nicht, denke ich. Da werde ich von der allgemeinen Hotline zum medizinischen Dienst geschickt, welche mich wiederum an die Hotline verweisen und deren Vorgesetzte dann den Nerv hat, mir zu sagen: Ne, ne sind nicht zuständig!

Um der ganzen Situation die Krone aufzusetzen, teilt sie mir mit, dass selbst wenn sie einen Bordrollstuhl organisieren könnte, wäre es jetzt zu spät. Man müsse den Bedarf ja schließlich 48 Stunden vorher anmelden!

Haste da noch Worte!?!

Der Kampf ums Klo geht in eine neue Runde. War der Kurzfilm des NDRs mit freundlicher Unterstützung der Lufthansa erfolgt, steht die Lufthansa nun selbst am Pranger.

Morgen um 10 Uhr geht mein Flieger – vermutlich mit mir, aber wieder mal ohne Bordrollstuhl!

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