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Dokumente gelöscht!

Montag, Januar 19th, 2009

Heute erreichte mich die dringende Empfehlung, sämtliche Originalschreiben aus dem Netz zu nehmen! Darunter fallen alle Logbücher und Schriftdokumente, die sich in den vergangenen acht Jahren meiner Korrespondenz mit deutschen und europäischen Flugunternehmen angesammelt haben und von denen sicherlich nicht wenige profitiert haben. Schade!

Haben die Dokumente doch auch ein lebendiges und authentisches Zeugnis abgegeben über die Art und Weise wie Flugunternehmen häufig mit Passagieren kommunizieren, die spezielle und legitime Anfragen zur Barrierefreiheit im Flieger haben: allgemein, abwimmelnd und ignorierend.

Die Aufforderung der Fluggesellschaften, die Dokumente aus dem Netz zu nehmen, wird damit begründet, dass die Schreiben „nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“ sind. Die Schriftstücke sind nun weg, gelöscht. Tatsache bleibt: zentrale Aspekte der seit einem halben Jahr geltenden EU Verordnung zum barrierefreien Fliegen, darunter der Zugang zu einer Toilette, werden durch viele Fluggesellschaften nach wie vor nicht umgesetzt. Die wenigen eingereichten Beschwerden, werden stattdessen meist einfach mit einem Fluggutschein abgespeist – eine billige Lösung!

Luftfahrt Bundesamt nicht zuständig

Freitag, Januar 9th, 2009

Das Luftfahrt Bundesamt (LBA) ist die deutsche Durchsetzungsstelle für die Belange von Flugreisenden nach der neuen EU Flugverordnung (Überblick alle nationalen Durchsetzungsstellen in Europa). Schade nur, dass Sie sich im Fall rechtaufklo versus GELÖSCHT nicht zuständig fühlt und die Beschwerde nach über zwei monatiger Bearbeitung an die französische Stelle weiterleitet.

An die werde ich gebeten mich zu wenden, falls weitere Anfragen zur Beschwerden auftreten sollten. In französisch !?!

GELÖSCHT: Rollstuhlfahrer nur mit Begleitung!

Dienstag, Dezember 16th, 2008

Gestern erhielt ich ein Schreiben von GELÖSCHT. In der eMail äußern sie sich zu meiner Kritik an Bord des Hamburg-Paris Fluges im September diesen Jahres keine Hilfe geleistet zu haben,  um eine Toilette zu erreichen.

Die lapidare Antwort des Flugunternehmens:

Fluggäste mit eingeschränkter Mobilität müssen selbständig in der Lage sein, den Weg zu den Toiletten, zu bewerkstelligen. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist die Reise nur mit einer Begleitperson möglich. Sie haben die Reise mit ihrer Frau angetreten. Entsprechend liegt die Fürsorgepflicht im Verantwortungsbereich Ihrer Frau.

Fragt sich, wie sich GELÖSCHT das genau vorstellt: Die erfahrene Crew ist nicht in der Lage Hilfe zu leisten, um einen Fluggast mit eingeschränkter Mobilität den Weg zur Toilette zu ermöglichen. Von der Begleitperson wird das jedoch erwartet? Eigentlich sollten die neue EU Flugverordnung Erleichterung bringen, und endlich – im 21. Jahrhundert, also 90 Jahre (!) nach dem ersten Passagierflug – ein Flugreisen in Recht und Würde sicherstellen.

Wo sind die verantwortlichen politischen Stellen, die dafür Sorge tragen, dass bestehende Verordnungen auch umgesetzt werden?

Ministerin dankt!

Samstag, Dezember 13th, 2008

Heute kam Post vom Ministerium: Frau Dr. Trauernicht – Sozialministerin Schleswig-Holsteins – bedankt sich für das Engagement für Barrierefreiheit im Flugverkehr. Das ist doch was!
Schreiben Ministerium TrauernichtWörtlich heißt es in dem Schreiben:

Mit Ihrem Engagement haben Sie bereits einen wichtigen ersten Erfolg erzielen können. Die Lufthansa erklärt, dass sie nach vorheriger Anmeldung einen Bordrollstuhl zur Verfügung stellen wird. Dies soll Vorbild auch für andere Flugggesellschaften sein. Schreiben herunterladen (PDF)

Vielen Dank an dieser Stelle allen bislang 502 Mitzeichnenden der Petition und all denen, die das Anliegen auf vielfache Weise unterstützen: Durch Weitersagen und Weiterleiten, durch Feedback – auch aus internen Stellen der Organisationen, darunter Politiker, Richter und Anwälte sowie leitende Crewmitglieder – und durch Berichterstattung in Online und Printmedien!

Die Deutsche Lufthansa – bisher im Zentrum der Kritik – hat sich als einzige Fluggesellschaft Europas für eine Mitnahme des Bordrollstuhls ausgesprochen. Bleibt zu hoffen, dass andere Fluggesellschaften folgen werden. Auch GELÖSCHT sieht dringenden Handlungsbedarf und zahlte wegen der aktiven Mißachtung der EU Flugverordnung 300 Euro Schmerzensgeld, obwohl GELÖSCHT auf der anderen Seite behauptet, dass die Mitnahme des Bordrollstuhls nicht in der EU Flugverordnung vorgesehen ist. KLM schließt sich der Meinung von GELÖSCHT an und verweigert die Mitnahme des Bordrollstuhls (siehe KLM stellt sich doof). Die Auslegung der neuen EU Verordnung bleibt also individuell.

Mal sehen, wie lange noch.

Seat Guru

Dienstag, Oktober 21st, 2008

Seat Guru ist eine Website, die sich mit Sitzplätzen vieler Fluggesellschaften und Flieger auseinandersetzt. Auf der Seite kann man sich ein Bild machen, welche Plätze sich am besten für einen eignen.

Flugzeugklo bei geschlossener Tür

:: Screenshot eines Ausschnittes der Website www.seatguru.com (bearbeitet)

Das Beispiel zeigt den Airbus A 340 Version 2 bei GELÖSCHT. Im unteren Teil des Flugzeugs – siehe roter Kreis – besteht die Möglichkeit, die nebeneinanderliegenden Toiletten miteinander zu verbinden. Großes Klo im Airbus A 340 Dadurch wird die Toilettenkabine erweitert und ist dann zugänglich für einen Bordrollstuhl.

Große Bewegungsfreiheit gibt es dadurch zwar nicht, jedoch ermöglicht es einen gewissen Grad an Privatssphäre. Immerhin kann man die Tür hinter sich schließen!

Auf Anfrage schreibt Seatguru, dass sie in Zukunft auch Informationen zur Barrierefreiheit aufnehmen möchte. Bis jetzt ist zum Beispiel leider noch nicht erkennbar, welche Klos zu einer größeren Einheit erweiterbar sind.

Kein Klo über den Wolken

Mittwoch, Oktober 8th, 2008

Seit 2 Monaten ist sie in Kraft, die neue EU Verordnung zum barrierefreien Flugverkehr. Die lang ersehnte Verordnung schreibt den Fluggesellschaften unter anderem vor, Passagieren bei Bedarf Hilfestellungen zu leisten, damit sie die Bordtoiletten erreichen und nutzen können. Theoretisch sollte es nun also für Passagiere mit Mobilitätseinschränkungen möglich sein, auf einem europäischen Flug die Toilette erreichen zu können. Ich selber bin im Rollstuhl unterwegs und so freute ich mich auf einen Flug, bei dem ich erstmals im europäischen Flugraum eine Toilette benutzen würde.

Doch es kam anders. Auf meinem Flug zwischen Hamburg und Paris wurde ich eines besseren belehrt: weder auf dem Hin- noch auf der Rückreise war der Flieger von GELÖSCHT so ausgestattet, dass ich eine Toilette benutzen konnte. Wortwörtlich heißt es ja in der Verordnung: „Erforderlichenfalls Hilfe, um zu den Toiletten zu gelangen.“ Genau um diese Hilfe bat ich die Stewardess, nachdem ich den dringenden Wunsch verspürt, eine Toilette aufzusuchen. Die Stewardess gab mir jedoch bald zu verstehen, dass Sie mir bedauerlicherweise nicht helfen könnte. Auch ein hinzugeholter Steward konnte nicht weiterhelfen. Ein Bordrollstuhl, mit dem der Transfer zwischen dem Sitzplatz und der Toilette realisiert hätte werden können, war an Bord nicht verfügbar und zur Toilette wollte, konnte oder durfte man mich nicht tragen. Das wäre zugegebenermaßen auch nicht meine Wunschvorstellung gewesen, dennoch ist man zu vielem bereit, wenn die Blase drückt. Aber tragen wollte man mich nicht. Also blieb ich ruhig auf meinem Sitz und sehnte dem nächsten Klo im Flughafen entgegen.

Die Rückreise verlief dann ähnlich: nach über drei Stunden, wovon ich  etwa eine Stunde wegen einer Startverzögerung im Flugzeug gesessen habe, konnte ich das erste Mal wieder eine Toilette aufsuchen. GELÖSCHT war auch auf dem Rückflug nicht entsprechend ausgestattet, die  gesetzlich geforderten Hilfestellungen zu geben. Nur hatte ich diesmal vorgesorgt und schon Stunden vorher nichts getrunken. Eine gleiche Situation wie auf dem Hinflug wollte ich nicht noch einmal erleben.

Gleich am nächsten Tag reichte ich eine schriftliche Beschwerde ein. In einer umgehend erfolgten Antwort brachte GELÖSCHT zwar ihr Bedauern über die „Unannehmlichkeiten“ zum Ausdruck, war sich jedoch keinerlei Pflichtverletzung bewußt.  Mein Hinweis, dass kein Bordrollstuhl zur Verfügung gestanden hätte, wurde mit folgenden Worten quittiert: „Es ist darin (in der EU Verordnung) nicht festgelegt, dass ein Bordrollstuhl auf einem Mittelstreckenflug mitgeführt werden muss“.

Unter dem Strich bleibt festzustellen: Nach wie vor kann man als Rollstuhlfahrer bei GELÖSCHT so gut wie keine Toilette benutzen. Zu befürchten ist allerdings, dass GELÖSCHT nicht die einzige Fluggesellschaft ist, die sich weigert das Fliegen barrierefreier und damit menschlicher zu machen. Auch die Deutsche Lufthansa windet sich seit mittlerweile drei Monaten unrühmlich gegen eine Anfrage, ob sie einen Bordrollstuhl auf europäischen Flügen bereitstellt.

GELÖSCHT gegen Bordrollstuhl

Freitag, Oktober 3rd, 2008

GELÖSCHT – die umsatzstärkste Fluggesellschaft der Welt – weigert sich auch nach Inkrafttreten der EU Flugverordnung, auf Kurz- und Mittelstreckenflügen einen Bordrollstuhl mitzuführen. Selbst bei rechtzeitiger Anmeldung vor Reiseantritt würde der Bordrollstuhl nicht zur Verfügung gestellt werden. Eine Begründung was gegen eine Mitnahme des Bordrollstuhls spricht,  gibt GELÖSCHT – wie auch die Deutsche Lufthansa – nicht.

Zwar plane die Fluggesellschaft diesen Service „in Kürze“ anzubieten, jedoch leite sie aus der Verordnung für GELÖSCHT keine Verpflichtung ab, einen Bordrollstuhl mitzuführen. Wortwörtlich heißt es in dem Schreiben:

Laut der EU Regulierung 1107/2006 vom 05.07.2006, Anhang II sind alle Fluggesellschaften verpflichtet, erforderlichenfalls Hilfe zu leisten, um zu den Toiletten zu gelangen. Es ist darin nicht festgelegt, dass ein Bordrollstuhl auf einem Mittelstreckenflug (und als solcher wird der Flug Paris Charles de Gaulle nach Hamburg definiert) mitgeführt werden muss.