Archiv für die Kategorie ‘Fliegen’

Lufthansa bald barrierefrei?

Sonntag, 26. Juli 2009

Wohl nicht. Aber offensichtlich künftig mit Bordrollstuhl!

Vor einigen Tagen erhielt ich per E-Mail ein Schreiben von der Deutschen Lufthansa. Meine Beschwerde, die Lufthansa hätte wieder keinen Bordrollstuhl bereitgestellt, wurde mit folgenden Worten quittiert:

In Einklang mit der EU-Verordnung werden momentan unsere Fluggeräte umgerüstet, so dass künftig auf jedem Kurzstreckenflugzeug der Lufthansa Classic Flotte ein Rollstuhl dauerhaft untergebracht sein wird. Die Umrüstung der Maschinen wird in einigen Wochen abgeschlossen sein.

Aha! So etwas ähnliches hatte ich von der Deutschen Lufthansa doch schon mal gehört. Damals – im November 2008 – liess der Unternehmenssprecher Jan Bärwalde verlauten:  ”Wir stellen auf Kurz- und Mittelstrecken bei einer vorherigen Anmeldung bis 48 Stunden vor Flugbeginn bei Bedarf einen Bordrollstuhl bereit” (siehe Kieler Nachrichten vom 28.11.2008)

Bleibt zu hoffen, dass die Lufthansa es dieses Mal ernst meint und Worten Taten folgen lässt.

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L.A. – so nah und doch so fern

Mittwoch, 08. Juli 2009

Kein Recht auf Klo für Berliner Filmemacher

Ein Flug nach Los Angeles blieb ein Traum für den Filmemacher und Blogger Jürgen Hobrecht. Warum? Weder  Air France, noch Air Berlin noch Delta Airlines sahen sich in der Lage, dem 52 Jahre alten Rollstuhlfahrer einen barrierefreien Flug anzubieten. Also musste er in Berlin bleiben. Ein Wiedersehen mit seinem alten Kollegen aus Palästina blieb ihm verwehrt.

In seinem Blog jhobrecht.de beschreibt er den Versuch einen Flug zu buchen, bei dem er eine Toilette hätte benutzen können.  Die eindringlichsten Passagen zitiere ich:

Air France

Da ich beim Internetbuchen  nicht eingeben kann, dass ich Rollstuhlfahrer bin, fahre ich nach Tegel, um meinen Reiseplan voranzutreiben. Erste Station ist der Air France Schalter. Ein distanzierter Mensch in den Fünfzigern sucht mir gar nicht erst den gewünschten Flug raus, sondern informiert mich, dass ich eine Flugtauglichkeitsbescheinigung vom Arzt benötige. Dann insistiert er: ”Können Sie laufen?” Ich sage, dass ihn das nichts angeht und frage, wozu er das wissen will.

“Der Mann kann gar nicht laufen”

Er sagt, “wegen der Toilette”. Ich sage, dass ich nicht laufen kann. Er dreht sich um und fragt eine hinter ihm sitzende Frau, so laut, dass es alle Umstehenden hören: ”Der Mann kann gar nicht laufen. Wie kommt er dann zur Toilette?” “Gar nicht,” wird er von der Frau beschieden.  Umstehende gucken mich wortlos an. Als der Mann schließlich sagt, ich benötige eine Begleitperson, sonst würde man mich nicht mitnehmen, bekomme ich einen Wutanfall, kündige an, mich zu beschweren und lasse ihn stehen.

Air Berlin

Ein Anruf bei der Zentrale ergibt, dass das kein Problem ist. Ich fahre nach Hause, will  erst ein Auto buchen und ein Hotel, ehe ich den Flug bestätige.
Am nächsten Morgen rufe ich die Presseabteilung von Air Berlin an, um meinen Flug zu buchen. Ich bitte die ebensfalls betont freundliche Dame dort, mir das Vorhandensein eines Bordrollstuhl und einer Toilette schriftlich zu bestätigen. Ansonsten könne ich nicht buchen. Das versteht sie und verspricht, sich zu kümmern.
Air Berlin ruft an. Das Verhör beginnt von Neuem. “Können Sie laufen?”   ”Also kann ich nun auf´s Klo oder nicht?” frage ich wütend. “Wahrscheinlich nicht,” sagt die Frau. “Denn, eh´, wenn Sie nicht laufen können…” Immer noch scharf auf LA frage ich, ob Sie mir wenigstens den Nebensitz freihalten könne, so dass ich diskret einen Beutel wechseln kann. Das wäre leicht möglich, der Flieger ist nicht ausgebucht. Das verneint  sie strikt. “Das darf ich nicht. Ich kann Ihnen höchstens ein zweites Tickekt verkaufen.” Ich lege auf und starte einen letzten Versuch bei Delta. Die fliegen von Frankfurt direkt nach LA und gelten in den USA als behinderten-freundlich. Die völlig unerfahrene Frau im Call Center weiß nichts von Bordrollstühlen,  geschweige von Behindertenklos. Cool teilt sie mir mit, ich müsse erstmal buchen, damit sie meine Fragen klären könne. Minuten später klingeldt das Telefon. Das Call Center von British Airways. Ich zitiere: “Ich habe Rücksprache gehalten. Es gibt keinen Rollstuhl im Flugzeug. Sie brauchen eine Begleitperson, die Sie zur Toilette bringt. Ein Flug ist nur mit Begleitperson möglich. Allein können Sie nicht fliegen.” (Der O-Ton wird hier demnächst verlinkt)Ich lege auf und beschließe mit Mustafa weiter zu skypen.

Ein paar Meter weiter am Air Berlin Stand gibt es einen Flug von Düsseldorf nach LA, Abflug Dienstag, 7.5. um 13.00, Ankunft, LA Ortszeit 15.50. Also zwölf Stunden Flugzeit-Kosten, abzüglich Journalistenrabtt: 420€. Konkurrenzlos günstig! Ich sehe mich schon im Flieger nach Kalifornien. “Sagen Sie, komme ich an Bord auf Klo, ich meine der Flug dauert 12 Stunden,” will ich wissen. Die freundliche Frau weiß es nicht, will sich aber erkundigen. Ein Anruf bei der Zentrale ergibt, dass das kein Problem ist. Ich fahre nach Hause, will  erst ein Auto buchen und ein Hotel, ehe ich den Flug bestätige.

Am nächsten Morgen rufe ich die Presseabteilung von Air Berlin an, um meinen Flug zu buchen. Ich bitte die ebensfalls betont freundliche Dame dort, mir das Vorhandensein eines Bordrollstuhl und einer Toilette schriftlich zu bestätigen. Ansonsten könne ich nicht buchen. Das versteht sie und verspricht, sich zu kümmern.

Air Berlin ruft an. Das Verhör beginnt von Neuem. “Können Sie laufen?”   ”Also kann ich nun auf´s Klo oder nicht?” frage ich wütend. “Wahrscheinlich nicht,” sagt die Frau. “Denn, eh´, wenn Sie nicht laufen können…” Immer noch scharf auf LA frage ich, ob Sie mir wenigstens den Nebensitz freihalten könne, so dass ich diskret einen Beutel wechseln kann. Das wäre leicht möglich, der Flieger ist nicht ausgebucht. Das verneint  sie strikt. “Das darf ich nicht. Ich kann Ihnen höchstens ein zweites Tickekt verkaufen.” Ich lege auf …

Delta Airlines

… und starte einen letzten Versuch bei Delta. Die fliegen von Frankfurt direkt nach LA und gelten in den USA als behinderten-freundlich. Die völlig unerfahrene Frau im Call Center weiß nichts von Bordrollstühlen,  geschweige von Behindertenklos. Cool teilt sie mir mit, ich müsse erstmal buchen, damit sie meine Fragen klären könne. Minuten später klingelt das Telefon.

“Allein können Sie nicht fliegen”

Ich zitiere: “Ich habe Rücksprache gehalten. Es gibt keinen Rollstuhl im Flugzeug. Sie brauchen eine Begleitperson, die Sie zur Toilette bringt. Ein Flug ist nur mit Begleitperson möglich. Allein können Sie nicht fliegen.”

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Lufthansa wieder ohne Bordrollstuhl

Donnerstag, 02. Juli 2009

Ich dachte ja, dass wir schon weiter wären mit der Barrierefreiheit über den Wolken, seitdem der Unternehmenssprecher der Deutschen Lufthansa im November letzten Jahres großspurig verkündete, dass es Bordrollstühle nun auch auf Kurzstreckenflügen gibt.  Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile, nachdem Kieler Nachrichten und Kobinet es publizierten.

Und wie siehts konkret aus? Montag Abend einen Flug gebucht und am Dienstag bei der Hotline angerufen, um den Bordrollstuhl anzumelden. Doch die Dame an der Hotline nur kurz: Bordrollstühle bieten wir nur auf Langstreckenflügen an!

Lufthansa versus Barrierefreiheit
Lufthansa versus Barrierefreiheit
Diesen Flyer habe ich im Herbst letzten Jahres angefertigt – doch ist er noch immer brandaktuell.

Na toll, denke ich mir. Geht es wieder von vorne los. Gleich am Abend setze ich mich mit der medizinischen Abteilung der Lufthansa in Verbindung. Die seien zuständig für “Hilfeleistungen an Bord”. Doch weder Anruf und E-Mail, in denen ich auch auf die Aussagen vom Pressesprecher hinweise, bringen mir die positive Bestätigung über die Bereitstellung eines Bordrollstuhls.

Stattdessen kriege ich heute einen Rückruf: Wir als medizinische Abteilung sind leider nicht für Bordrollstühle zuständig, da müssen Sie sich an die allgemeine Hotline wenden.

Ich melde mich an der allgemeinen Hotline und verlange, mit der Vorgesetzten zu sprechen. Die Dame erzählt mir nach kurzer Prüfung: Sorry, nicht zuständig! und empfiehlt mich an den medizinischen Dienst.

Das gibt es doch nicht, denke ich. Da werde ich von der allgemeinen Hotline zum medizinischen Dienst geschickt, welche mich wiederum an die Hotline verweisen und deren Vorgesetzte dann den Nerv hat, mir zu sagen: Ne, ne sind nicht zuständig!

Um der ganzen Situation die Krone aufzusetzen, teilt sie mir mit, dass selbst wenn sie einen Bordrollstuhl organisieren könnte, wäre es jetzt zu spät. Man müsse den Bedarf ja schließlich 48 Stunden vorher anmelden!

Haste da noch Worte!?!

Der Kampf ums Klo geht in eine neue Runde. War der Kurzfilm des NDRs mit freundlicher Unterstützung der Lufthansa erfolgt, steht die Lufthansa nun selbst am Pranger.

Morgen um 10 Uhr geht mein Flieger – vermutlich mit mir, aber wieder mal ohne Bordrollstuhl!

Diskussion und Kommentare auf Kobinet verfolgen

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Flying with Ryanair

Dienstag, 23. Juni 2009

Who thinks travelling with Ryanair is  unconfortable might be right:  expensive drinks, not exactly spacious seats and lots of information that you didn’t ask for (“wanna play lotto on-board?”).  And the low-budget airline definiteley gives you a hard time, in case you need something beyond the standards.

Ryanair Airplane
Ryanair Airplane

Still for passengers with reduced mobility they do offer some services.  If you book a flight,  you can already check online what kind of services you need ( This opportunity is not even part of the procedure of the Deutsche Lufthansa or of any other airline I travelled with so far). Another benefit might be related to the size of the aiport. Since ryanair uses own airports they are generally pretty small (Lübeck, Stansted, Skavsta). And I experienced that the smaller the airport the better I can deal with the airport staff about my wishes.

But then again all of the airplanes I used so far, they refused to provide an on-board wheelchair. And so did Ryanair. No on-board wheelchair and no alternative equipment, neither on the outbound flight nor on the way back.  Both of the cabin crews were willing but were not able to help me getting to the toilet.

I handed in a complaint and received the following answer from Ryanair:

Passengers must be capable of using toilet facilities unaided. If not, then he/she must be travel with an able bodied accompanying person aged 16 and over who must be capable of providing the assistance required.

Click here for reading the ryanair_answer

Click here to see more images on flickr

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Booking a flight with Ryanair

Dienstag, 28. April 2009

Ryanair makes it easy to register the wheelchair for passengers with handicaps. It can simply be done during the online purchase. But in order to apply for further requirements, one has to call an expensive 0900 number (0900 116 0500 €0.62 per minute from Germany – English speaking). But still, after having called that number, I am not sure, whether I get what I asked for.

A short excerpt from my hotline talk with Ryanair:

Ryanair hotline: Good day, what is the problem? 

KM: Good day, I just booked a flight with Ryanair. Now I would like to apply for assistance to get to the toilet facilities in the plane.

Ryanair: Sorry Sir, but we don’t have such a service.

KM: Well, this is part of the EU regulation which is also binding for Ryanair. 

Ryanair: Hold on a second, Sir.

comes back after a minute and says: Sir, like I told you, we don’t offer such a service.

KM: Please register that I applied for the assistance to get to the toilets and send me a confirmation via email about this application.

… (more to come, for sure)

Background info
The exact wording of the EU regulation for air carriers is: “Assistance in moving to toilet facilities if required”. see EU regulation 1107/2006, Annex II, Assistance by air carriers PDF

 

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Post aus Brüssel und Berlin

Sonntag, 22. März 2009

Ende Oktober 2008 reichte ich die beiden Petititionen für barrierefreies Fliegen ein, in diesen Tagen erhielt ich zwei Antwortschreiben: eines vom Deutschen Bundestag, das andere vom EU Parlament in Brüssel.

Berlin sagt, die “Ermittlungen” seien abgeschlossen und die Petition wird “den als Berichterstattern eingesetzten Abgeordneten zugeleitet und dann im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages beraten”. Das ist doch mal was, das find’ ich gut! Mal sehen, was dabei ‘rumkommt.

Antwort aus Berlin (PDF, 500 KB)

Brüssel jedoch  gibt sich widersprüchlich: Einerseits stellt der Ausschuss fest, dass die Bordrollstuhl-Problematik den “Tätigkeitsbereich der EU betrifft”, weiter heißt es aber, dass sich der Petitionsausschuss mit dem Anliegen nicht befassen kann! Eine Begründung  wird leider nicht mitgeliefert. Hmm, soll dass wirklich das letzte Wort gewesen sein?

Antwort aus Brüssel (PDF, 500 KB)

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Holland in Klo-Not

Donnerstag, 05. März 2009

Meine Fluggesellschaft verweigerte mir auf dem Teilflug HH-Amsterdam den Zugang zu einem Klo! Und dass trotz frühzeitiger Anmeldung und ausführlichstem Briefwechsel.

“That is not possible” war die schlichte Antwort beider Besatzungsmitglieder, sowohl auf dem Hinflug nach Amsterdam, als auch auf dem Rückflug nach Hamburg. “I am very sorry”, fügte die offensichtlich persönlich betroffene Chefstewardess hinzu ” I never thought about this…”. 

Ist ja auch nicht ihre Schuld, sondern ein generelles, ein strukturelles Problem, dass viele, wenn nicht alle europäischen Airlines betrifft. Ich frage mich – warum zum Himmel – ist es scheinbar umöglich, einen einfachen Bordrollstuhl zur Verfügung zu stellen? Ich wäre sehr dankbar, wenn auch nur ein Mensch in Europa mir darauf eine plausible Antwort geben könnte.

Und das Beste zum Schluß: die eingesetzte Maschine war hochmodern und für Flugzeuge dieser Größe “barrierefrei” eingerichtet:


Barrierefrei ausgebaute Toilettenkabine einer Embraer 190, Foto: privat

Das WC verfügte über mehrere Haltegriffe (seitlich 2, einen Haltegriff von der Decke hängend). Die Toilette war seitlich positioniert, so dass der Transfer mit einem Bordrollstuhl problemlos und ohne fremde Hilfe von mir hätte durchgeführt werden können. Ein extra eingerichteter Vorhang kann bei Bedarf den Toilettenraum erweitern und somit zusätzliche Privatssphäre schaffen. Im Flieger befand sich sogar Abstellplatz für einen persönlichen Rollstuhl!

Allein, ein Bordrollstuhl befand sich nicht an Bord des Flugzeugs. 

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Kampf ums Klo – NDR Beitrag auf Youtube

Donnerstag, 05. Februar 2009

Leute mit Mobilitätseinschränkungen (PRMs) kommen im Flugzeug nur schwer oder überhaupt nicht aufs Klo. Trotz neuer EU Flugverordnung weigern sich die meisten Airlines, den Toilettenbesuch für PRMs zu ermöglichen, z.B. in dem sie einen Bordrollstuhl und größere Toiletten anbieten würden – bisher sind die Airlines erfolgreich!

Der Auszug aus dem “Schleswig-Holstein Magazin” des NDR vom 30.1.2009 zeigt die Thematiknun erstmalig im Bewegtbild:

Auf Youtube ist der Clip zu finden unter: http://www.youtube.com/watch?v=C4_IPvuCXqc

Dieser Film wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Lufthansa.


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NDR dreht Clip

Freitag, 30. Januar 2009

Am Montag dieser Woche stand fest: Dreherlaubnis bei Lufthansa Technik in Hamburg Fuhlsbüttel bekommen! Am Mittwoch wurde dann in einer eigens zur Verfügung gestellten Maschine (Airbus A300-360) fast vier Stunden lang gedreht. 

Der etwa dreimünitge Clip wird am Samstag, 30.1.2009,  zwischen 19:30-20:00 Uhr im Schlewig-Holstein Magazin des NDR ausgestrahlt. 

 Airbus im Hangar von Lufthansa Technik
Im Hangar von Lufthansa Technik in Hamburg Fuhlsbüttel, Foto: privat

 

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Barrierefreie Klos auch kinderfreundlich

Freitag, 23. Januar 2009

Zeit online berichtet heute über den “Kampf ums Klo“, wie das Interview mit mir zunächst betitelt war. Im Laufe des Vormittags wurden aus der Überschrift dann “Da wird man dann vor der Toilette abgestellt”, warum auch immer…

In einem Leserkommentar zu dem Artikel fand ich den Aspekt, dass eine größere Toilette Eltern mit jungen Kindern zugute kommt, denn: Windeln wechseln in den engen Kabinen ist in der Tat eine Herausforderung! Die letzten Sätze des Kommentars könnte als direkter Appell an die Fluggesellschaften verstanden werden:

Da koennten die Airlines doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Waere fuer mich ein Grund eine bestimmte Airline zu buchen.  Zeit online user goodart

Goodart ist übrigens mit Singapore Airlines geflogen, die – nach Hörensagen – relativ barrierefreie Flüge bieten.

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Dokumente gelöscht!

Montag, 19. Januar 2009

Heute erreichte mich die dringende Empfehlung, sämtliche Originalschreiben aus dem Netz zu nehmen! Darunter fallen alle Logbücher und Schriftdokumente, die sich in den vergangenen acht Jahren meiner Korrespondenz mit deutschen und europäischen Flugunternehmen angesammelt haben und von denen sicherlich nicht wenige profitiert haben. Schade!

Haben die Dokumente doch auch ein lebendiges und authentisches Zeugnis abgegeben über die Art und Weise wie Flugunternehmen häufig mit Passagieren kommunizieren, die spezielle und legitime Anfragen zur Barrierefreiheit im Flieger haben: allgemein, abwimmelnd und ignorierend.

Die Aufforderung der Fluggesellschaften, die Dokumente aus dem Netz zu nehmen, wird damit begründet, dass die Schreiben “nicht für die Öffentlichkeit bestimmt” sind. Die Schriftstücke sind nun weg, gelöscht. Tatsache bleibt: zentrale Aspekte der seit einem halben Jahr geltenden EU Verordnung zum barrierefreien Fliegen, darunter der Zugang zu einer Toilette, werden durch viele Fluggesellschaften nach wie vor nicht umgesetzt. Die wenigen eingereichten Beschwerden, werden stattdessen meist einfach mit einem Fluggutschein abgespeist – eine billige Lösung!

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Drastische Beschwerde einer 82-Jährigen

Montag, 12. Januar 2009

Im Postfach meiner (alten) Arbeitsstelle fand ich heute einen handgeschriebenen Brief einer älteren Dame aus Oberursel. Im Brief schildert sie ihre eigene Flugerfahrung und bittet mich, die Petition “Barrierefreies Fliegen” in ihrem Namen mitzuzeichnen. Der Brief war vom 6. Dezember datiert, leider lese ich ihn erst heute! Mit der Dame sind es dann 572 Personen, die die Petition mitgezeichnet haben.

Auch schickte Sie mir die Kopie eines Beschwerdebriefes, den die mobilitätseingeschränkte Dame im Anschluß einer Flugreise nach Teneriffa am 13.1.2008 an einen großen Reiseveranstalter schickte. Hier einige Auszüge aus dem Schreiben, die die Situation an Bord eindringlich beschreibt:

Der Flug dauerte ungefähr 4 Stunden, in dieser Zeit mußte ich mal auf die Toilette. Nun stellte sich heraus, daß die Helfer die “Sackkarre” (der Bordrollstuhl ist gemeint) wieder mitgenommen hatten und daß sich im Flugzeug keinerlei Hilfsmittel für das Erreichen der Toilette befand!!! Die Stewardess bot mir ihren Arm an (!), was lächerlich war, denn eine 80-Jährige mit nur einem Bein kann wohl wirklich nicht darauf hüpfen!!!

und weiter schreibt sie:

Ich versuchte nun, mich auf die Lehnen der Sitze am Gang zu stützen und mein eines Bein über den Boden zu schieben, aber der war rauh und es ging nur cm-weise, war sehr anstrengend. Vor den beiden ersten Reihen gab ich auf und sank mit einem Schenkel auf die Armlehne neben mir, versuchte Gleichgewicht zu halten, sehr schwierig! Nun erschien als Retter der Co-Pilot! Er war groß und stark, ich schlang meine Hände um seinen Hals, er umfaßte mich und schleppte mich bis auf die Toilette, … Danke, Co-Pilot. Ich war fix und fertig und total erschöpft. (…) Warum hat man mir das zugemutet?

In ihrem Schreiben fordert die Dame den Reiseveranstalter TUIfly auf, zu dem Vorfall Stellung zu nehmen und dafür Sorge zu tragen, dass sich bei ihrem Rückflug nach Frankfurt ein so “jämmerliches Versagen” nicht wiederholt. Da die Dame nicht so recht nicht an eine bessere Situation auf dem Rückflug glauben konnte, präparierte sie sich: mit Windeln!

Hierzu fällt dem aufmerksamen Leser sicher sofort die Forderung von Dr. Sigrid Arnade ein, die verlangt alle Toiletten aus den Flugzeugen auszubauen: Kein Passagier sei dann mehr benachteiligt, die Airline habe mehr Platz für noch mehr zahlende Passagiere. Vor dem Boarden gäbe es natürlich Pampers frei für alle!

Beschwerdebrief der Dame im Original nachlesen (3MB)

P.S. Als Antwort bekam die Passagierin einen Blumenstrauß! Außerdem pflegt sie nun regen Schriftverkehr mit TUIfly und mit dem Luftfahrtbundesamt. Letztere übrigens ließen der engagierten Dame ausrichten, dass allgemeine Hilfsmittel in der EU-Verordnung “nicht vorgeschrieben” sind.

Wozu eigentlich eine Verordnung, wenn sie nix taugt?!

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United Airlines bietet 500$

Montag, 12. Januar 2009

Im April 2008 habe ich an der Museumskonferenz Museums and the Web teilgenommen in Montréal, Kanada. Geflogen bin ich mit United Airlines. Der Hinflug verlief problemlos, natürlich abgesehen von den Herausforderungen ein Klo zu erreichen (Kurzstrecke wie auch Langstrecke). Die Ereignisse auf dem Rückflug übertrafen jedoch bei weitem meine bisherigen Erfahrungen: Auf dem Langstreckenflug von Boston nach Zürich gab es keinen Rollstuhl an Bord, um während des Flugs durch die engen Gänge zum Klo zu kommen! Angeblich sei mein Flug nicht angemeldet gewesen, deswegen gäbe es keinen Bordrollstuhl und deswegen könne nun auf die schnelle auch keiner mehr organisiert werden… (komisch, da der Hinflug so reibungslos verlief. Hatte man gedacht, dass der Rollstuhl nur auf der Hinstrecke relevant wäre und ich ihn beim Rückflug in Kanada zurücklassen würde?!)

Nach massiver Intervention und heftiger Diskussion mit der Bordcrew – bei der sich schließlich auch der Kapitän einschaltete – wurde ein Bordrollstuhl vom Airport organisiert und der Flug konnte mit halbstündiger Verspätung starten.

Die Reaktion von United Airlines auf die Beschwerde meiner Rechtsanwältin: 500 $ Schweigegeld und die Abweisung jeder Verantwortung.

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TAZ – Die Grenzen über den Wolken

Samstag, 10. Januar 2009

Portrait Kay Macquarrie
Foto: Svenja Naudszus

Am 9.1.2009 veröffentlichte die TAZ einen Artikel über die Situation im Flieger. Auch wenn die Rollstühle heutzutage doch etwas sportlicher aussehen, als in der Onlineausgabe gezeigt, ist der Beitrag insgesamt ‘ne glatte Eins. DANKE!

Link zum Artikel in der TAZ
Ansicht als PDF 1,7MB

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Luftfahrt Bundesamt nicht zuständig

Freitag, 09. Januar 2009

Das Luftfahrt Bundesamt (LBA) ist die deutsche Durchsetzungsstelle für die Belange von Flugreisenden nach der neuen EU Flugverordnung (Überblick alle nationalen Durchsetzungsstellen in Europa). Schade nur, dass Sie sich im Fall rechtaufklo versus GELÖSCHT nicht zuständig fühlt und die Beschwerde nach über zwei monatiger Bearbeitung an die französische Stelle weiterleitet.

An die werde ich gebeten mich zu wenden, falls weitere Anfragen zur Beschwerden auftreten sollten. In französisch !?!

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